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Fair Fashion 2014: Hintergrund & Materialien

Made in Europe garantiert faire Kleider. Wahrheit oder Mythos?

Erklärung von Bern


Ein existenzsichernder Lohn ist ein grundlegendes Menschenrecht, doch dieses Recht wird jeden Tag millionenfach missachtet. NäherInnen verdienen täglich nur wenige Franken und sind in der Armutsspirale gefangen - dies obwohl die Textil- und Bekleidungsindustrie mit den von den NäherInnen gefertigten Produkten Milliardenumsätze und –gewinne erzielt.

Rund 60 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Kleider-, Schuh-, und Textilindustrie für grosse Markenfirmen, und sie stellen auch Produkte für Schweizer Unternehmen wie Charles Vögele, Tally Weijl, Triumph oder Strellson her.

Ein fehlender Existenzlohn ist in den Produktionsländern eines der drängendsten Probleme – sowohl in Asien, wie auch in Osteuropa (PDF, 6.2 MB), der Türkei oder Nordafrika. Weltweit kämpfen ArbeiterInnen in Produktionsländern immer verzweifelter gegen die wirtschaftliche Unterdrückung. In den vergangenen Monaten ist es in Kambodscha zu Demonstrationen gekommen, da Hunderttausende von ArbeiterInnen keine andere Möglichkeit mehr sahen, als für ihre Forderungen nach einem neuen Mindestlohn von 160 USD auf die Strasse zu gehen. Auch in Bangladesch gingen Tausende für bessere Löhne und sicherere Fabriken auf die Strasse. Die Lohnsituation spitzt sich weiter zu und Veränderungen finden viel zu langsam statt. Für die Clean Clothes Campaign ist klar: kein Unternehmen kann von sich behaupten kann, „fair“ oder „ethisch“ zu produzieren, solange kein Existenzlohn bezahlt wird.

Wir haben daher 18 führende Schweizer Kleiderfirmen unter die Lupe genommen und erhoben, was diese Unternehmen konkret tun, um existenzsichernde Löhne in den Kleider-, Schuh-, und Textilfabriken in ihren Lieferketten sicherzustellen. Wir wollen mit dieser Erhebung zudem mehr Transparenz für KonsumentInnen schaffen. Die Analyse (PDF, 1.6 MB) zeigt, dass sich nur sehr wenige Firmen ernsthaft für einen Existenzlohn in den in den Kleider-, Schuh-, und Textilfabriken ihrer Lieferkette einsetzen.

Smart Shoppen: So geht's

Am 11. Juni 2014 startete die neue Existenzlohn-Kampagne der Erklärung von Bern, dem Schweizer Ableger der Clean Clothes Campaign.

Neben vielen praktischen Infos und Tipps für Konsumierende auf der Kampagnenseite, sowie einer iOS- und Android-App und einem Print-Guide, bieten wir an dieser Stelle Hintergrundinfos an, wie z.B. den Schweizer Firmencheck sowie den Bericht über Arbeitsbedingungen in europäischen, postsozialistischen Ländern und der Türkei.