Aktionsideen
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Augen auf beim Kleiderkauf  (11.11.05)
Tausende von Konsumentinnen und Konsumenten bestätigten uns seit dem Start der Kampagne 1999, dass sie ihrem Modehaus einen Denkzettel gesandt haben. Darin forderten sie jeweils soziale Verhaltensregeln – gemäss dem CCC-Kodex - und eine unabhängige Kontrolle. Dank über 70‘000 Postkarten und E-Mails konnte einiges erreicht werden. Etliche Schweizer Firmen anerkennen heute minimale Sozialstandards. Doch die Umsetzung dieser Ethikregeln steht erst noch bevor. Senden Sie daher als Kunde oder Kundin einen Brief an Ihr bevorzugtes Modegeschäft oder an die gewünschte Markenfirma.

Musterbrief an Modefirmen
Senden Sie einen Brief an die Geschäftsleitung Ihrer bevorzugten Modefirma. Teilen Sie dieser mit, dass Ihnen die Sozialstandards gemäss der Clean Clothes Campaign (CCC) wichtig sind. Verlangen Sie von der Geschäftsleitung Auskunft darüber, wie diese minimalen Sozialstandards angewandt und kontrolliert werden:

  Werden diese Sozialstandards überall dort angewandt und kontrolliert, wo die Kleider der Firma produziert werden?
  Können sich die ArbeiterInnen bei Kontrollen frei äussern und haben sie Zugang zu einem Beschwerdeverfahren.
  Is die Firma am Aufbau einer Verifizierungsstelle beteiligt, welche künftig transparent über die getroffenen Massnahmen informieren wird?
  Formulieren Sie auch Ihre persönlichen Ansprüche (z.B. Wunsch nach biologischer Baumwolle).

Verwenden Sie den Musterbrief oder die Kopiervorlage (WORD-Datei oder PDF-Dokument, siehe Link unten). Die Anschrift der Geschäftsleitung finden Sie im Telefonbuch. Oder fragen Sie direkt im Geschäft danach.

   Vorlage für einen persönlichen Brief an die Geschäftsleitung (Word-Datei)   (24 KB)
   Kopiervorlage für einen Brief an die Geschäftsleitung (PDF-Dokument)   (17 KB)

Was ist von der Antwort zu halten?
Seriöse Unternehmen nehmen die Anfragen von Kundinnen und Kunden ernst. Sie werden also wahrscheinlich eine Antwort erhalten. Doch lassen Sie sich nicht von der PR-Sprache der Profis blenden. Diese sind geübt, wohlklingende aber leere Worthülsen zu formulieren. Bei der Beurteilung können Sie sich an die folgende Checkliste halten:

  "Versichert" Ihnen das Unternehmen nur, dass sie "bemüht" sind und das "best mögliche" für die ArbeiterInnen "anstreben", ohne zu sagen was damit gemeint ist?
  Anerkennt die Firma ihre Verantwortung oder liegt es an den Lieferanten, für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen?
  Wenn Kontrollen nur von Angestellten der Firma vorgenommen werden, ist dies nicht glaubwürdig.
  Arbeitet das Unternehmen bei den Kontrollen und der Überprüfung mit lokalen Organisationen und Gewerkschaften zusammen?
  Beteiligt sich die Firma am Aufbau einer unabhängigen Verifizierungsstelle?

Falls ein sogenannter sozialer Verhaltenskodex vorliegt, kann dieser nach folgenden Kriterien kontrolliert werden:

  Werden alle im Musterbrief genannten Sozialstandards erwähnt?
  Erst wenn die ILO-Konventionen (29+105, 87+98, 100+111, 138+182) explizit erwähnt werden ist sicher, dass klare Formulierungen vorliegen.
  Ein gesetzlicher Mindestlohn reicht häufig nicht zum Überleben. Es sollte daher ein Bedürfnislohn (existenzsichernder Lohn) garantiert werden.
  Die Löhne sollten für die Normalarbeitszeit gelten (max. 48 Stunden).
  Überstunden müssen zu einem erhöhten Ansatz entschädigt werden. Die Wochenarbeitszeit beträgt max. 60 Stunden (nicht regelmässig).
  Lokale Gesetze sowie Vorschriften der Sozialversicherungen müssen eingehalten werden. Wo kein festes Arbeitsverhältnis garantiert wird, werden diese Vorgaben oft umgangen.

Und vergessen Sie nicht: Teilen Sie uns die Resultate Ihrer Bemühungen mit.
Vielen Dank!



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