Schokolade
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Nestlés neue Partnerschaft gegen Kinderarbeit: Ein weiteres Versprechen ohne Folgen?   (02.12.11)

Pünktlich zur Ankunft der Weihnachtsschokolade in den Regalen hat Nestlé am vergangenen Montag eine Partnerschaft mit der Fair Labor Association (FLA) angekündigt. Diese soll dem Konzern dabei helfen, gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau vorzugehen. Als erste konkrete Massnahme werden im Januar 2012 Experten der FLA Nestlés Kakaolieferkette in der Elfenbeinküste unter die Lupe nehmen und Vorschläge machen, wie allfällige Menschenrechtsverletzungen behoben werden können. Zudem gab Nestlé bekannt, dass sich der Konzern um eine Mitgliedschaft bei der aus Vertretern von Industrie, Nichtregierungsorganisationen und Universitäten zusammengesetzten FLA bemüht.

Die Erklärung von Bern ist erfreut darüber, dass Nestlé nach jahrelangem Druck das Problem Kinderarbeit endlich aktiv angeht und seine Verantwortung in diesem Bereich stärker wahrnehmen will.

Die Verbreitung von Kinderarbeit in der Kakaoproduktion in Westafrika ist seit langem bekannt. 2001 hat auch die Industrie Kinderarbeit als Problem anerkannt. Damals verpflichteten sich die Schokoladenfirmen – inklusive Nestlé – mit der Unterzeichnung des sogenannten Harkin-Engel-Protokolls dazu, den schlimmsten Formen von Kinder-und Zwangsarbeit in der Kakao-Produktion ein Ende zu setzen. In der Folge wurden diverse Projekte und Initiativen ins Leben gerufen. Der im März dieses Jahres veröffentlichte Bericht der Tulane Universität, die im Auftrag der US-Regierung die Umsetzung des Protokolls wissenschaftlich begleiten sollte, zeigte jedoch: Eine tatsächliche Reform des Sektors wurde allen als revolutionär angepriesenen Initiativen nicht erreicht. Kinder- und Zwangsarbeit bleiben in der Kakaoproduktion Westafrikas ein bedeutendes Problem.

FLA-Studienresultate sind abzuwarten


Die nun von Nestlé angekündigte Zusammenarbeit mit der FLA ist ein schon längst überfälliger, erster Schritt in die richtige Richtung. Ob es sich dabei tatsächlich um ein ernst gemeintes Engagement handelt oder lediglich um eine weitere Massnahme zur Besänftigung kritischer Stimmen, wird sich aber erst zeigen, wenn die Resultate der FLA-Studie vorliegen. Werden darin Missstände wie Kinder- oder Zwangsarbeit in der Versorgungskette aufgedeckt, muss Nestlé mit raschen und glaubwürdigen Massnahmen beweisen, dass der Konzern sein Versprechen hält und tatsächlich keine Kinderarbeit in seiner Produktionskette duldet.

Die Erklärung von Bern wird die Resultate der FLA-Untersuchung sowie die weiteren Schritte in der Zusammenarbeit von Nestlé mit der FLA mit Interesse verfolgen.



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