H&M/ Teddy: Fabrikbrand
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Hintergrundinfos und Forderungen  (11.03.10)
H&M bestreitet, dass es Sicherheitsmängel bei Garib&Garib gegeben hat. Ihren Aussagen zufolge ergab ihr Unternehmensaudit vom Oktober 2009, dass deutlich markierte Notausgänge und funktionierende Feuerlöscher vorhanden waren. Die bloße Existenz von Notausgängen hilft allerdings nicht weiter, wenn diese blockiert sind. Das gleiche gilt für kaputte Feuerlöscher, oder Feuerlöscher, von denen niemand weiß, wie sie zu bedienen sind.

Mit Blick auf die mitunter tödlichen Folgen ist es nicht länger vertretbar, dass Untersuchungen, die Sicherheitsmängel konstatieren, unter Verschluss gehalten werden. Die Industrie muss transparent werden und sich zur Rechenschaft gegenüber den ArbeiterInnen, der Regierung und der Öffentlichkeit verpflichten.

Das Flammeninferno bei Garib&Garib beweist wieder einmal, dass Fabrikaudits ihr Ziel verfehlen, ernsthafte Verletzungen internationaler Arbeitsrechte und unternehmerischer Verhaltenskodizes aufzuzeigen und dass die Gewerbeaufsicht und Regierungskontrollen erschreckend unzulänglich sind. Gleichzeitig bedeutet die andauernde Diskriminierung von Gewerkschaften innerhalb der Unternehmen, dass ArbeiterInnen nicht in der Lage sind, Verletzungen der Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen öffentlich zu machen. Wenn die Industrie ernsthaft zukünftige tödliche Tragödien verhindern will, muss sie ArbeiterInnen direkt in die Überprüfung der Gesundheits- und Sicherheitsstandards involvieren. Dazu muss jedoch das Recht auf Vereinigungsfreiheit respektiert und unterstützt werden.

Die Clean Clothes Campaign und ihre bangladeschischen Partner fordern H&M, Teddy, Garib&Garib, die Regierung von Bangladesch und die Arbeitgeberorganisation BGMEA auf:

  • die unmittelbare Zahlung von 500.000 Taka an die Familien der getöteten ArbeiterInnen zu veranlassen

  • sicherzustellen, dass die verletzten ArbeiterInnen (in Abstimmung mit unabhängiger medizinischer Beratung) angemessen medizinisch versorgt und entschädigt werden

  • effektive und langfristige Entschädigungsmaßnahmen für die Opfer einzurichten, über die auch Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen mitentscheiden

  • alle relevanten Berichte über die Arbeitsbedingungen bei Garib&Garib (inklusive aller Audit-Berichte internationaler Einkäufer) zu veröffentlichen

  • eine glaubwürdige Untersuchung über die Umstände und Hintergründe der Tragödie unter Einbeziehung von Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen durchzuführen sowie deren Ergebnisse vollständig zu veröffentlichen

  • glaubwürdig alle bestehenden Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallbestimmungen umzusetzen und ausreichend Ressourcen für Arbeitsinspektionen sowie die Bearbeitung von (anonymen) Beschwerden seitens der ArbeiterInnen und Gewerkschaften zur Verfügung zu stellen; ArbeiterInnen sollten leichten Zugang zu Beschwerdeverfahren haben und über die Ergebnisse der Beschwerde informiert werden und

  • das Recht der ArbeiterInnen anzuerkennen, sich selbständig gewerkschaftlich zu organisieren, sowie das Recht der Gewerkschaften, Zugang zu den ArbeiterInnen zu erhalten und alle notwendigen Aktivitäten durchzuführen, um ihre Mitglieder wirklich zu repräsentieren.

Zusätzlich fordern wir insbesondere die bangladeschische Regierung auf,


  • eine glaubwürdige strafrechtliche Untersuchung des Vorfalls und der offensichtlichen Missachtung von Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallbestimmungen durchzuführen sowie unverzüglich Beteiligte festzunehmen und anzuklagen, deren Taten oder Fahrlässigkeit zu der Tragödie beigetragen haben

  • die bestehenden Gesundheits-, Sicherheits- und Notfallbestimmungen in einer unabhängigen und transparenten Untersuchung der Gesundheits- und Sicherheitsunfälle der letzten Jahre zu überprüfen.

Zusätzlich fordern wir H&M und Teddy auf,


  • öffentlich die Forderungen an die Regierung zu unterstützen und ihre Umsetzung sicherzustellen und

  • direkt mit den Gewerkschaften zu verhandeln, damit effektive Folgeaktionen und Entschädigungsmaßnahmen garantiert werden.

Unterstützen Sie diese Forderungen und schreiben Sie H&M, Teddy, Garib&Garib, der Regierung von Bangladesch und der bangladeschischen Arbeitgeberorganisation BGMEA.


Hier geht es zur Online-Aktion





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