Finanzkrise
AAA: Tippfehler mit Folgen (27.05.08)
Die Finanzkrise hat nicht nur das Ansehen von Banken beschädigt, sie wirft auch ein schiefes Licht auf die Rating-Agenturen. Diese haben den heute wertlosen Derivaten, die mit Hochrisiko-Hypotheken unterlegt sind, das Gütesiegel AAA („triple A“) erteilt, das für völlig risikofreie und sichere Wertpapiere steht. Ein anderer Typ von Derivaten erhielt das beste Rating sogar dank eines Programmierfehlers. |
Als „Constant proportion debt obligations“ (CPDOs) Mitte August 2006 erstmals auf den Markt kamen, waren sie der Traum jedes Investors. Zu einer Zeit geringer Renditen versprachen sie eine fixe jährliche Rendite, die 2 Prozent über dem Libor-Satz lag (Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen). Das war auch deutlich mehr als andere Derivate brachten. Und diese Papiere hatten von der Rating-Agentur Moody’s das Gütesiegel AAA erhalten, galten also als ebenso risikolos wie US-Staatsanleihen.
CPDOs waren wie aus einer anderen Welt – auch ihr Name lässt das anklingen. Er erinnerte auch die Financial Times, welche die Geschichte aufgrund interner Moodys-Dokumente enthüllt hat, an C3PO, den Roboter aus Star Wars. CPDOs waren komplizierte Wetten auf das Kreditrisiko von Unternehmensschulden in den USA und Europa. Die hohe Rendite kam daher, dass die ausgebenden Banken den Wetteinsatz mit eigenem Geld erhöhten.
Um derart undurchsichtigen Produkten ein Rating zu geben, wird ihre Wertentwicklung bei unterschiedlichen Marktsituationen in Modellrechnungen durchgespielt. Da auch potentielle Investoren die Produkte nicht durchschauen und das Risiko nicht selber einschätzen können, ist ein gutes Rating Voraussetzung dafür, dass sie verkauft werden können.
Bei den mit Subprime-Hypotheken unterlegten Derivaten, waren es zu optimistische Modellannahmen über die Entwicklung des US-Immobilienmarktes, welche zu den irreführenden Bewertungen führten. Beim Moodys-Rating von CPDOs geschah ein Fehler beim Schreiben des mathematischen Codes für die Computer-Modellierung. Ohne diesen Fehler hätten die Papiere bis zu vier Noten schlechter eingestuft werden müssen. Als der Fehler entdeckt wurde, hatten bereits viele Banken das Rezept für CPDOs kopiert - einen Tippfehler mit derart gravierenden Folgen hat es wohl selten gegeben.
Andreas Missbach
CPDOs waren wie aus einer anderen Welt – auch ihr Name lässt das anklingen. Er erinnerte auch die Financial Times, welche die Geschichte aufgrund interner Moodys-Dokumente enthüllt hat, an C3PO, den Roboter aus Star Wars. CPDOs waren komplizierte Wetten auf das Kreditrisiko von Unternehmensschulden in den USA und Europa. Die hohe Rendite kam daher, dass die ausgebenden Banken den Wetteinsatz mit eigenem Geld erhöhten.
Um derart undurchsichtigen Produkten ein Rating zu geben, wird ihre Wertentwicklung bei unterschiedlichen Marktsituationen in Modellrechnungen durchgespielt. Da auch potentielle Investoren die Produkte nicht durchschauen und das Risiko nicht selber einschätzen können, ist ein gutes Rating Voraussetzung dafür, dass sie verkauft werden können.
Bei den mit Subprime-Hypotheken unterlegten Derivaten, waren es zu optimistische Modellannahmen über die Entwicklung des US-Immobilienmarktes, welche zu den irreführenden Bewertungen führten. Beim Moodys-Rating von CPDOs geschah ein Fehler beim Schreiben des mathematischen Codes für die Computer-Modellierung. Ohne diesen Fehler hätten die Papiere bis zu vier Noten schlechter eingestuft werden müssen. Als der Fehler entdeckt wurde, hatten bereits viele Banken das Rezept für CPDOs kopiert - einen Tippfehler mit derart gravierenden Folgen hat es wohl selten gegeben.
Andreas Missbach


