Finanzkrise
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UBS, he did it anyway  (02.04.08)

Jetzt ist Marcel Ospel also doch gegangen (worden). Der Geschasste wollte die UBS neben der Top-Vermögensverwalterin auch zu einer führenden Investmentbank machen. Erreicht hat er mit seiner aggressiven US-Strategie das glatte Gegenteil, nämlich dass die UBS mit ihren 40 Milliarden die Liste der Banken-Abschreiber anführt. Ohne die Deregulierung, die von Ospels Kollegen aus der Kaste der Top-Banker vorangetrieben wurde, wäre es vermutlich nie soweit gekommen.

Der UBS-VR hat im Vorfeld der gestrigen Hiobsbotschaft auch erwogen, das Vermögensverwaltungsgeschäft und die Investmentbank zu trennen. Getan hat er hat es dann freilich nicht. In den USA hätte man darüber nicht lange diskutiert, denn den dortigen Investmentbanken ist nicht erlaubt, Kundengelder entgegen zu nehmen, also im „normalen“ Bankgeschäft aktiv zu sein.

Der Glass-Steagall Act von 1933, der diese Trennung vorschreibt, war eine Reaktion auf die spekulativen Exzesse der 20er Jahre und die Welle von Bankencrashs, welche 1930/31 darauf folgten. Weil die Banken damals mit dem Geld ihrer Anleger gezockt hatten, verloren viele US-BürgerInnen ihre Ersparnisse.

Dem Gesetz liegt die Einsicht zu Grunde, dass die essentiellen Funktionen des Bankensektors für eine Volkswirtschaft, das Spar- und Kreditgeschäft, vor Hochrisiko-Spekulationen geschützt werden muss. Während die Geschäftsbanken stark reguliert und die Einlagen der Kunden durch staatliche Einlageversicherungen geschützt wurden, sollten die Investmentbanken ihre Risiken auch tatsächlich spüren und im Krisenfall bankrott gehen.

Unter dem Druck der Banken erlaubten die US-Behörden seit den 1980er Jahren immer mehr Ausnahmen von dieser sinnvollen Trennung. Vor zehn Jahren wurde der Glass-Steagall Act durch die Fusion von Travelers und Citicorp zur Citigroup programmatisch ausgehebelt, denn die weltweit grösste Bank vereinigt seitdem alle Bank- und sogar noch Versicherungsgeschäfte unter einem Dach. Offiziell aufgehoben wurde die Trennung erst durch den sogenannten Gramm-Leach-Bliley Act von 1999.

Für die UBS könnte sich das Kuddelmuddel von Vermögensverwaltung und Hochrisiko-Investmentbanking als fatal erweisen. Die Verluste der UBS im Investmentbanking haben in der Vermögensverwaltung (Global Asset Management) zu einem Rückgang des Neugeldzufluss geführt. Sollte dies auch im Kerngeschäft des Private Banking geschehen, sähe es für die UBS wirklich übel aus.

Andreas Missbach