Einführung
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Agrotreibstoffe werden als Wundermittel gegen den Klimawandel und die Ölkrise angepriesen.

Von staatlicher Seite gefördert und von transnationalen Unternehmen begierig aufgenommen, erlebt die Produktion in den letzten Jahren weltweit einen scheinbar grenzenlosen Boom. Seit jeher lieferten Land- und Forstwirtschaft nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Grundstoffe für Textilien (zum Beispiel Baumwolle), Baumaterialien und Brennstoffe (zum Beispiel Holz). Im 19. und 20. Jahrhundert verloren diese Brennstoffe immer mehr an Bedeutung und wurden durch fossile Energieträger (Erdöl, Kohle, Gas) ersetzt. Fossile Energieträger sind jedoch nicht unbegrenzt vorhanden. Erdöl zum Beispiel wird in absehbarer Zeit zur Neige gehen. Dies stellt die Gesellschaft vor die grosse Herausforderung, neue Energieträger zu finden.

Fossile Energie - ein Auslaufmodell


Den immensen Verbrauch von fossilen Energieträgern zu drosseln, ist auch aus einem anderen Grund notwendig: Diese heizen unser Klima auf. Wie im Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC) vom Jahr 2007 festgehalten, hat sich die Erde wegen der immer weiter steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) erwärmt. Das Abschmelzen der Gletscher, ein Anstieg der Meeresspiegel, die Zunahme von Stürmen und die weltweite Veränderung der Niederschlagsverteilung sind Folgen davon. Klimaexpertinnen und -experten erwarten, dass sich die Erwärmung des Klimas fortsetzen und sogar beschleunigen wird, falls es nicht gelingt, den Ausstoss der Treibhausgase drastisch und schnell zu reduzieren.

Alternativen zu den fossilen Energieträgern gibt es viele: von der Solar- und Windenergie zur Wasserkraft bis hin zu den unterschiedlichen Möglichkeiten, die gespeicherte Energie aus der Biomasse von land-und forstwirtschaftlichen Produkten zu nutzen. Die Verbrennung von Holzschnipseln oder die Herstellung von Biogas aus Kompost für Strom- und Wärmeerzeugung sowie die Produktion von flüssigen Agrotreibstoffen für den Transport sind Beispiele dafür. Im Rahmen der Klimadebatte erleben auch Atomkraftwerke ein Revival und werden von deren BefürworterInnen als klimafreundliche Alternative propagiert. Jetzt, wo die Klimaproblematik ganz oben auf der politischen Agenda steht, sind all diese Energieträger im Aufwind, insbesondere die flüssigen Agrotreibstoffe Agrodiesel und Agroethanol - mit drastischen Konsequenzen für die globale Ernährungssicherheit.

In der EvB-Dokumentation «Bis zum letzten Tropfen» steht die Betrachtung der besonders problematischen flüssigen Agrotreibstoffe im Mittelpunkt.



Die EvB-Dokumentation zum Thema «Agrotreibstoffe»:
Doku Agrotreibstoffe

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