Umsiedlungen
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Skandal vor Start des Ilisuprojekts: Erste Enteignungen   (18.10.07)
Ein Besuch im Süd-Osten der Türkei im Dorf Ilisu am Tigris, das bald vom Ilisu Staudamm überschwemmt werden soll, zeigt, dass das Vorgehen der türkischen Dammbaubehörde DSI System hat.

Den Familien wurden grosse Versprechen gemacht und die Umsiedlung gar als Musterprojekt gepriesen. Doch ohne ihre europäischen Partner zu informieren, startete die Türkei bereits die ersten Enteignungen in fünf Dörfen entlang des Tigris.

Die DSI hat den Familien, deren gesamte Existenz überflutet wird, als neuen Ort nur einen steinigen, steilen und wasserlosen Hang angeboten, worauf die Enteigneten zwangsläufig die Geldentschädigung wählten. Doch im März 2007 erfuhren die Enteigneten, dass sie nur die Hälfte des gängigen Preises für ihre Häuser und fruchtbaren Böden bekommen sollten. Die Entschädigungen würden nicht für den Aufbau einer neuen landwirtschaftlichen Existenz ausreichen und so reichten alle Familien wutentbrannt Klagen vor Gericht ein.

Dabei hatte die Schweizer Regierung öffentlich beteuert, die Türkei sei ein verlässlicher Partner und die Auflagen, die von der Türkei als Bedingung für die Exportrisikogarantie verlangt wurden, würden in jedem Falle eingehalten.

Die EvB fordert die Schweizerische Exportrisikoversicherung auf, bei den türkischen Projektpartnern sofort eine grundsätzliche Korrektur ihres Vorgehens zu bewirken, und die Menschen den Auflagen gemäss umzusiedeln und zu entschädigen. Das Projekt muss gestoppt werden, sollte dies nicht bald geschehen.
   Bericht von Christine Eberlein: Gespräche mit Bewohnern des Dorfes Ilisu und deren Anwälten über Entschädigungen und mangelnde Siedlungsalternativen (0.15 MB)
   Brief des Dorfvorstehers aus Ilisu an die europäischen Verantwortlichen (25 KB)
   Brief des Dorfvorstehers (türkisch), Seite 1 (94 KB)
   Brief des Dorfvorstehers (türkisch) S. 2 (0.12 MB)


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Die Kampagne wird in der Schweiz von der EvB getragen.