UBS
UBS in Bangladesch: Zerstörung und Vertreibung für Kohle (19.12.07)
Menschen, die vom geplanten Kohleabbau in Bangladesch betroffen wären, haben die Schweizer Grossbank aufgefordert, sich von der Betreiberfirma zurück zu ziehen. Für das Hochrisiko-Projekt Phulbari Coal Mine wird bereits jetzt über Leichen gegangen.
Die UBS ist mit 11,6% der Aktien die zweitgrösste Aktionärin des englischen Unternehmens GCM Resources, das in Bangladesch eine hoch umstrittene Kohlemine plant (die Credit Suisse ist mit 3,66% beteiligt). Das Phulbari Kohle Projekt im Nord-Westen Bangladeshs wird von der betroffenen Bevölkerung unter Einsatz ihres Lebens bekämpft.
Die UBS ist mit 11,6% der Aktien die zweitgrösste Aktionärin des englischen Unternehmens GCM Resources, das in Bangladesch eine hoch umstrittene Kohlemine plant (die Credit Suisse ist mit 3,66% beteiligt). Das Phulbari Kohle Projekt im Nord-Westen Bangladeshs wird von der betroffenen Bevölkerung unter Einsatz ihres Lebens bekämpft.
Dafür gibt es gute Gründe:
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Wandlungsfreudige Betriebergesellschaft
Ursprünglich erteilte die Regierung von Bangladesch 1994 eine Explorationslizenz an die australische Firma BHP Minerals, die sich aber gegen die Entwicklung eines Bergbauprojekts in der Gegend entschied. 1999 wurde die Lizenz an Asia Energy Corporation (Bangladesh) Ltd. Übertragen. Asia Energy PLC wurde im September 2003 in London gegründet und erwarb 100% von Asia Energy Corp. Im jahre 2007 wurde der Name in Global Coal Management und dann wiederum in GCM Resources geändert. Neber der UBS und der Credit Suisse sind die Hauptanteilseigner Polo Resources Ltd, Fidelity Group, der Hedge Fund RAB Capital, die englische Barclays Bank, L-R Global, Ospraie Management LLC, Capital Group, Argos Greater Europe Fund.Starker Widerstand
Im August 2006 schossen Paramilitärs in eine Protestversammlung von über 50'000 Menschen, sie töteten fünf davon und verletzten über hundert Frauen, Männer und Kinder. Die lokalen Büros der GCM Resources wurden daraufhin verwüstet und ihr Personal musste aus Phulbari fliehen. Der Widerstand gegen das Projekt dauert im Gebiet von Phulbari an, obwohl seit 2007 unter den Notstandsgesetzen in Bangladesch die Bürgerrechte ausser Kraft gesetzt sind und Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten sind. An einer weiteren Protestveranstaltung sagte einer der im August 2006 Verletzten: „Wenn nötig werden wir unsere Leichen hergeben, aber nicht die Kohle.“ Die landesweite Opposition gegen das Kohleprojekt wird vom National Committee to Protect Oil, Gas, Minearl Resources and Ports (NC) angeführt. Auch Todesdrohungen gegen Prof. Anu Muhammad, den NC Generalsekretär, und die öffentliche Folterung von Mr. Nuruzuman, dem örtlichen Sprecher in Phulbari, konnten den Widerstand durch nationale und lokale Organisationen nicht brechen.In dieser verzweifelten Situation wandten sich die Betroffenen im Herbst 2007 an das BankTrack Netzwerk und an die Erklärung von Bern (EvB), um Druck auf die Aktionäre von GCM Resources auszuüben. Da GCM Resources hauptsächlich aus diesem einen Projekt besteht, forderten die EvB und BankTrack die beteiligten Banken auf, ihren Aktienanteil an GCM Resources zu verkaufen.
Ende März 2008 informierte Robert Bistani, der Direktor der Privatsektorabteilung der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB), den Verwaltungsrat, dass man die Genehmigung des Phulbari Kohleprojekts nicht länger anstrebe. Ursprünglich sollte der Verwaltungsrat der ADB erst am 3. Juni sowohl über einen 100 Millionen Dollar Kredit als auch eine 200 Millionen Dollar Risikogarantie für das Projekt bestimmen. Dies ist ein untrügliches Zeichen, dass die Pläne von GCM Resources ökologisch und sozial nicht zu verantworten sind.
Damit stehen die Kapitalgeber von GCM Resources erneut im Scheinwerferlicht. Die UBS antwortete auf einen Brief der Erklärung von Bern und ihrer Partnerorganisationen im vergangenen Jahr, dass ein nicht genannter Teil der GCM-Aktien für Kunden gehalten werde. Mit dieser Begründung können sich die Banken jedoch nicht aus der Verantwortung stehlen. Die Banken mussten in den Diskussionen um Diktatorengelder und Geldwäscherei bereits akzeptieren, dass sie nicht jedermann als Kunden annehmen dürfen. Eine Bank die verantwortlich handelt, sollte mit derart problematischen Firmen gar keine Geschäftsbeziehungen eingehen – auch nicht für Dritte.
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18.12.2007: BankTrack-Bericht zu Umwelt- und Sozialstandards bei Banken |



