Syngenta verstösst gegen den Verhaltenskodex der FAO
Zürich, 28.07.2004 - Syngenta verstösst mit ihrer Werbekampagne in Thailand für das umstrittene Herbizid Paraquat (Handelsmarke Gramoxone) klar gegen den Verhaltenskodex der FAO zur Verteilung und den Gebrauch von Pestiziden. NGOs aus Asien und Europa, darunter die Erklärung von Bern, fordern von Syngenta den sofortigen Abbruch der Werbekampagne und die konsequente Einhaltung des Kodex
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Die Aktivitäten von Syngenta werden von diversen NGOs verurteilt. Das Pesticide Action Network Asia Pacific (PANAP), ruft in einem Protestbrief den Generaldirektor der FAO, Jacques Diouf, zum Handeln auf. Dieser Brief wird von der Erklärung von Bern, dem Pesticide Action Network UK und dem Pestizid Aktions-Netzwerk in Deutschland unterstützt. «Wir sind besorgt, dass mit dieser aggressiven Verkaufsstrategie das im Nachbarstaat Malaysia verbotene Produkt einfach verschleudert wird», sagt Sarojeni Rengam, die Direktorin von PANAP. «Der revidierte Verhaltenskodex ist ein Zeichen der Einsicht von Regierungen, der Industrie und NGOs, dass es mehr Anstrengungen braucht, um das Pestizidrisiko in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Es ist enttäuschend, dass die wichtigen Verpflichtungen, welche die Werbung betreffen, nicht eingehalten werden», doppelt Barbara Dinham von PAN UK nach.
Das unakzeptable Verhalten von Syngenta ist umso erstaunlicher, als Michael Pragnell, CEO von Syngenta und Präsident von CropLife, dem Dachverband der Pestizidindustrie, noch im März dieses Jahres wie folgt zitiert wurde: «Die Annahme des neuen Verhaltenskodex durch die Mitgliedfirmen von CropLife International zeigt das Bekenntnis der Industrie ihre Verantwortung, gemäss ihrer wichtigen Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft, ernst zu nehmen» 4). Im zeitgleich publizierten Bericht von CropLife International wird festgehalten, dass das Firmenmanagement eine klare Verantwortung hat Aktionen einzuleiten, welche garantieren, dass der Kodex in der eigenen Firma umgesetzt wird. 5)
Für François Meienberg von der Erklärung von Bern zeigt dieser Fall drei verschiedene Aspekte auf: «1. Es scheint notwendig zu sein den Verkauf von Gramoxone (Paraquat) mit unangemessenen Boni zu verbinden. Vielleicht ist das Produkt doch nicht so gut wie von Syngenta immer wieder behauptet wird. 2: Syngenta hat seine Verantwortung nicht ernst genommen. Es genügt nicht einen Kodex zu akzeptieren, man muss ihn auch umsetzen. 3. Soziale Unternehmensverantwortung sollte sich nicht auf eine Publikation für die Generalversammlung beschränken, sondern für die Geschäftstätigkeit während dem ganzen Jahr und weltweit seine Gültigkeit haben.»
Dieser Verstoss gegen den Kodex ist besonders tragisch, da es sich beim Produkt um ein hochgiftiges Herbizid handelt, welches schon zu unzähligen Todesopfern und Vergiftungen geführt hat 6). Eine grosse Koalition von NGOs, aber auch Regierungen fordern das totale Verbot von Paraquat. Im Dezember 2003 wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der thailändischen und der dänischen Regierung ein Bericht veröffentlicht, in welchem der brutale Tod eines Landarbeiters durch Paraquat in Thailand geschildert wird 7). «Der Syngenta-Werbespruch Glück in jeder Flasche kann in diesem Zusammenhang nur noch als zynisch beurteilt werden», verurteilt François Meienberg die Syngenta-Werbung.
Kontakte:
| François Meienberg, Erklärung von Bern +41 (0)1 277 70 04 |
| Barbara Dinham, PAN UK +44 20 7274 8895 |
| Jennifer Mourin, PAN AP +604 657 0271/ +604 656 0381 (panap@panap.net |
Hintergrundinformationen:
1) 2)
Der gesamte Verhaltenskodex ist auf der Website der FAO einsehbar www.fao.org/WAICENT/FAOINFO/AGRICULT/AGP/AGPP/Pesticid/Code/PM_Code.htm . Artikel 11.2.18 lautet im Original: advertisments and promotional activities should not include inappropriate incentives or gifts to encourage the purchase of pesticides.
3) Details zu anderen kritischen Punkten des Werbeplakats finden sich im umfangreichen englischen Communiqué des Pesticide Action Network. evb.bestsite.ch/en/p25010013.html
4) Das Zitat findeet sich in der Presseerklärung von CropLife International:
| Presseerklärung von CropLife International vom 3. März 2004 (0.13 MB) |
Der Bericht findet sich auf www.croplife.org/librarypublications.aspx .
6) |
Hintergrundinformationen zu Paraquat |
Der gesamte Bericht findet sich auf www.ipmthailand.org/EN/Your_poison/00_contents.htm (der Paraquat-Fall bei Kapitel 17).




