Public Eye on Davos 2003
Fazit "The Public Eye on Davos" 2003 (07.05.03)
Fazit der «Public Eye»-Konferenz 2003
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«Eine wirksame Waffe gegen den Terrorismus ist nicht eine hochgerüstete Armee, die über Präzisionswaffen verfügt, sondern eine Weltwirtschaftsordnung, die zu mehr sozialer Gerechtichtigkeit führt», so die Schlussworte Oskar Lafontaines, ehemaliger Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, an der Eröffnungsrede der internationalen Konferenz «The Public Eye on Davos» 2003. Demgemäss tiefsinnig und treffend startete auch die vierte Ausgabe des «Public Eye» vor vollem Saal und mit grossem Erfolg.
Neben der interessierten Bevölkerung aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland fanden sich VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), BundesparlamentarierInnen, Bündner Regierungsmitglieder und VertreterInnen der Davoser Exekutive und Legislative sowie seco-Chef David Syz und der WEF-Direktor André Schnyder im Publikum ein. Besonders freute uns auch der Besuch der Davoser Oberstufenklasse und der Gruppe Globalance aus St. Gallen.
Grosses Interesse fand der Panel zum Thema «Ausverkauf des Service Public». Geleitet von Marianne Hochuli, EvB, diskutierten Hildegard Fässler (Fraktionspräsidentin der SP), Daniel Lampart (Präsident der Wirtschaftskommission der Grünen Partei) und Doris Schüepp (Generalsekretärin der Gewerkschaft VPOD) über die Auswirkungungen der Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen. Konsens herrschte darüber, dass der freie Zugang zu Bereichen wie Bildung und Gesundheit für die ganze Bevölkerung sichergestellt werden muss und nicht dem Gesetz der Profitmaximierung unterworfen werden darf.
Die Umweltorganisation Pro Natura – Friends of the Earth aus der Trägerschaft des «Public Eye» hat unter anderem einen konkreten Vorschlag für international verbindliche Regeln für die Aktivitäten multinationaler Konzerne präsentiert. Denn die Erfahrungen seit dem Rio-Erdgipfel von 1992 haben gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen bei weitem nicht ausreichen. Zum Schutze von Umwelt und Menschenrechten müssen Regierungen endlich verpflichtende Regeln auf nationaler und internationaler Ebene erlassen.
Schade nur, dass die vom engagierten Publikum diskutierten Themen in den Medien nur wenig Niederschlag fanden. In den Zeitungen wurde Seite um Seite mit Beiträgen rund um die Demo-Diskussion gefüllt. Fragen wie «Warum macht Adidas-Salomon 6,5 Mrd. Euro Umsatz und 229 Mio. Euro Gewinn, während eine Fabrikarbeiterin im Produktionsbetrieb des Sportriesen zu einem Hungerlohn arbeitet» fanden in den Medien leider keinen Niederschlag. Auch ging kein Journalist der Frage nach, warum der Nike-Firmenchef Phil Knight nicht den Mut fand, sich am Public Eye einer Näherin aus seinem Produktionsbetrieb zu stellen. Der BP-Konzernchef Lord Browne zog es ebenfalls vor, sich nicht zu den Risiken für Umwelt und Bevölkerung durch die geplante Ölpipeline durch Aserbaidschan, Georgien und der Türkei befragen zu lassen.
Ein Grund mehr, multinationale Konzerne und WEF-Mitglieder auch in Zukunft unter die Lupe zu nehmen, Misstände aufzudecken, diese öffentlich zu machen und sowie einen Beitrag an die öffentliche Diskussion um Demokratie, Menschenrechte und Ökologie zu leisten.


