Boykottaufruf in Grossbritannien gegen Triumph
Boykottaufruf in Grossbritannien gegen Triumph, Schweizer Kampagne hält an Rückzug aus Burma fest
Zürich, 27.11.2001 - Die Burma-Kampagne in Grossbritannien hat einen Boykott gegen den Schweizer Textilhersteller Triumph International lanciert. Die Clean Clothes Campaign (CCC) hat in der Schweiz schon Anfang dieses Jahres Triumph zum Rückzug aus Burma aufgefordert. Die CCC verlangt, dass das Unternehmen einen vollständigen, sozialen Verhaltenskodex einführt, der für alle Produktionsstätte in allen Ländern gilt.
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Die CCC, in der Schweiz getragen von Brot für alle, der Erklärung von Bern und Fastenopfer, setzt sich ein für gerecht produzierte Kleider und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Die CCC ist im Januar 2001 der Aufforderung des exilierten burmesischen Gewerkschaftsbundes (FTUB) nachgekommen und hat die Firma Triumph aufgerufen, sämtliche Geschäftsbeziehungen mit Burma abzubrechen. Im Interesse der weltweit rund 35‘000 Beschäftigten der Firma Triumph in vielen Ländern Asiens forderte die CCC den Unterwäschekonzern auf, einen vollständigen sozialen Verhaltenskodex für alle Produktionsstätten einzuführen. Da das Engagement in der Militärdiktatur Burma problematisch ist, hält die CCC an diesen Forderungen fest. In den Niederlanden sind sogar die Branchenvertreter von sich aus aktiv geworden: aus Angst vor negativen Schlagzeilen hat die Bodyfashion, der Verband der Unterwäschefirmen, die Firma Triumph International von ihrem Werbeanlass - der “Nacht van der Lingerie” - kurzerhand ausgeschlossen.
Für weitere Informationen
Stefan Indermühle, Koordinator der Clean Clothes Campaign
Tel.: 01 277 70 00, Fax.: 01 277 70 01
Bericht der ILO-Mission:
Dass die Anwendung der Zwangsarbeit unter der Militärjunta in Burma bis heute Realität ist, hat erst vor kurzem die Mission der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (ILO) in ihrem Bericht festgehalten. Erstmals in der 82-jährigen Geschichte verhängte die ILO Sanktionen gegen ein Land. Vergangenen September und Oktober gelang es Menschenrechtsbeobachtern der ILO erstmals, ins Land zu gelangen. Die Berichte dieser hochkarätigen Delegation lassen keinen Zweifel zu: Burma ist nach wie vor weit davon entfernt, die Menschrechte zu garantieren und ein demokratisches Land zu werden.
Haltung des Bundesrates:
Der Schweizer Bundesrat hat in seinem Beschluss vom 2. Oktober 2000 alle Unternehmen aufgefordert, ihre Beziehungen mit Burma zu überprüfen. In der Fragestunde des Nationalrates vom 24. September 2001 fragte die Grüne Nationalrätin Catherine Ménétrey-Savary (VD) nach, wie sich der Bundesrat zu den Geschäftspraktiken von Triumph International stelle, welche in Burma ”auf Armeegelände eine Produktionsanlage betreibt”. Volkswirtschaftsminister Pascal Couchepin betonte zwar seine Missbilligung der Militärjunta. Er wies jedoch darauf hin, dass die Sanktionen der Schweiz (wie der EU) die Investitionen nicht direkt betreffen würden. Der Bundesrat wolle die “Wahlfreiheit” der Konsumentinnen und Konsumenten nicht einschränken. Anders verhält sich beispielsweise Australien: Aufgrund des generellen Importverbotes für Güter aus Burma musste Triumph Australien ihre Lieferungen aus Burma einstellen.





