Charles Vögele  (15.10.10)
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Das Spinnendiagramm zeigt auf, wie stark und in welchen Bereichen sich eine Firma um soziale Standards kümmert. Je grösser die Fläche im Diagramm, desto stärker das Engagement der Firma in diesem Bereich. Im Spinnendiagramm kann auf den jeweiligen Begriff geklickt und die Detailinformationen abgefragt werden.

Name des Unternehmens:Charles Vögele Trading AG
Hauptsitz (Stadt, Land):Pfäffikon SZ, Schweiz
Gegründet:1955
Anzahl Verkaufsstellen: 857 in Europa (in Besitz der Charles Vögele)
BesitzerIn des Unternehmens:Börsenkotierte Aktiengesellschaft
Name des CEO:André Maeder
Unternehmensumsatz:1,548 Mio CHF (Bruttoumsatz Konzern 2009)
Unternehmensgewinn:-14 Mio CHF (Konzernergebnis 2009)
Produktionsländer:Bangladesch, China (Volksrepublik), Indien, Indonesien, Pakistan, Sri Lanka, Thailand, Türkei, Vietnam, Griechenland, Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Schweiz
Produktbeschreibung:Herren-, Damen- und Kinderkleider der Marken: Kingfield, Biaggini, Casa Blanca, Grandiosa, Tik & Tak, One by One, Cutting Edge
Kommentar der CCC
Charles Vögele ist Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI). BSCI ist eine Unternehmensinitiative. Wichtige Anspruchsgruppen wie Gewerkschaften oder NGOs sind in keinen leitenden Gremien vertreten. Es fehlt der BSCI daher eine breite zivilgesellschaftliche Abstützung, welche der Initiative eine höhere Glaubwürdigkeit geben würde. Die BSCI wurde gegründet, um die Bemühungen verschiedener Firmen zu bündeln und Doppelspurigkeiten, zum Beispiel bei Audits, zu verhindern – eine grundsätzlich sinnvolle Massnahme. Das System will mittels Audits und Korrekturmassnahmen sowie Trainings die Arbeitsbedingungen in den Fabriken verbessern. Ohne eine Verifizierung, das heisst die unabhängige Überprüfung der Umsetzung durch eine Multi-Stakeholder-Initiative in Zusammenarbeit mit lokalen NGOs und Gewerkschaften, werden viele Arbeitsrechtsverstösse aber oft gar nicht aufgedeckt. Massnahmen in den Produktionsbetrieben allein reichen zudem nicht aus. Insbesondere die Einkaufspraxis der Markenfirmen hat einen entscheidenden Einfluss darauf, ob Verbesserungen überhaupt stattfinden können. Ohne eine regelmässige unabhängige Analyse der Managementprozesse und Firmenpolitik der Markenfirmen fehlt BSCI daher ein weiteres wichtiges Standbein für die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ein zentraler Mangel bei BSCI ist zudem, dass sich die Mitglieder nicht zur Bezahlung eines existenzsichernden Lohnes verpflichten.
Zur Stärkung der Rechte der ArbeiterInnen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen tragen Gewerkschaften viel bei. Charles Vögele produziert unter anderem in Ländern, in denen die Gewerkschaftsfreiheit stark eingeschränkt ist, wie zum Beispiel China. Hier braucht es spezielle Massnahmen, um die angemessene Vertretung der ArbeiterInnen dennoch sicherzustellen.
Über 90 Prozent der Produktion finden in Hochrisikoländern statt. Von den über 400 Lieferanten wurden letztes Jahr nur gerade rund 10 Prozent auditiert, und sogar nur 2 Prozent sind SA8000 zertifiziert. Es ist fraglich, inwieweit Charles Vögele wirklich auf die konsequente Verbesserung der Arbeitsbedingungen einwirken kann und überhaupt über Kenntnisse des Niveaus der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten verfügt. Insgesamt sind bei Vögele nur gerade 80 Stellenprozente für soziale Verantwortung vorgesehen, für ein Unternehmen dieser Grösse klar zu wenig. Ein ernsthaftes Engagement kann damit kaum betrieben werden.
Bezüglich Bio- und Fairtrade-Angebot sind bei Vögele sogar Rückschritte zu vermelden: Ein Bio-Sortiment wurde nach einer Testphase nicht weitergeführt.
Vögele beschäftigt sich momentan stark mit seinem Image und möchte vermehrt neue Kundschaft ansprechen. Eine bessere Investition wäre der klare Fokus auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten.

Die Beurteilung der Unternehmenspolitik hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCC und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCC.

Äussern Sie gegenüber Charles Vögele Ihre Zweifel am BSCI-Ansatz und fordern Sie, dass sich die Firma zur Bezahlung eines existenzsichernden Lohnes für alle ArbeiterInnen in der gesamten Lieferkette verpflichtet. Motivieren Sie Vögele, einer Multi-Stakeholder-Verifizierungsstelle beizutreten und drücken Sie Ihren Wunsch aus, dass Produkte aus Bio- und Fairtrade-Baumwolle angeboten werden (service@charles-voegele.com).


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