Sie finden hier gute Argumente für ein Verbot von jenen Agrotreibstoffen, welche Hunger und Vertreibung zur Folge haben.
Treibstoff aus Monokulturen verschärft Nahrungsmittelkrisen und soziale Konflikte
Wenn riesige Ackerflächen für die Treibstoffproduktion genutzt werden, fehlt guter Boden, um Nahrung für die Bevölkerung zu produzieren. Der industrielle Anbau von Monokulturen zur Energieproduktion führt in die Sackgasse. Das Recht auf Nahrung wird verletzt, Bauernfamilien verlieren ihr Land und der Kampf gegen Hunger wird aussichtslos. Die sozialen Konflikte nehmen zu.
Treibstoff aus Monokulturen gefährdet Wälder, Biodiversität und Lebensräume
Produktionsgebiete für Agrotreibstoffe dehnen sich auch in tropische Wälder aus. Die Wälder sind der Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Durch seinen grossen Einfluss auf globale Kreisläufe ist der Regenwald für das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten unentbehrlich. Zum Anbau von Treibstoffen wird massiv Wald abgeholzt, sei dies für den Anbau der Agrotreibstoffpflanzen oder durch die Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion in Waldregionen (indirekte Verdrängungseffekte). Oft fehlt es der Bevölkerung an demokratischen Rechten und Institutionen, damit sie ihren Lebensraum und die biologische Vielfalt der Natur schützen und bewahren kann.
Treibstoff aus Monokulturen verschärft die Wasserkrise
Für die Bewässerung von Monokulturen zur Produktion von Agrotreibstoffen werden Wasserreserven aus Flüssen und Grundwasser angezapft. Ganze Flusssysteme werden umgeleitet. Für einen Liter Treibstoff aus Monokulturen sind bis zu 4‘000 Liter Wasser nötig. Wasser muss zuerst und ausreichend für die Menschen als Trinkwasser und für die Nahrungsproduktion zur Verfügung stehen. Das Recht auf Wasser darf nicht verletzt werden.
Treibstoff aus Monokulturen verschärft den Klimawandel
Agrotreibstoffe ersetzen keine fossilen Treibstoffe. Sie verzögern die Umstellung auf wirklich klimafreundliche Alternativen. Die Brandrodung von Urwaldflächen zum Anbau von Agrotreibstoffen führt zu einer negativen CO2-Bilanz und verwüstet die Umwelt. Agrotreibstoffe verschärfen den Klimawandel. Sie verzögern den nötigen Umstieg auf nachhaltig gewonnene erneuerbare Energien.
Treibstoff aus Monokulturen verschärft die Armut
Arme Bauernfamilien in Entwicklungsländern profitieren in der Regel nicht von Agrotreibstoffen, die für den Export produziert werden. Diese werden vor allem in industriellen Monokulturen von Grossgrundbesitzern und Agrokonzernen angebaut. Allzu oft werden Kleinbauernfamilien enteignet und vertrieben, damit ihr Land zum Anbau von Agrotreibstoffen verwendet werden kann. Nachhaltige Entwicklung muss jedoch auf angepasste Technologien setzen und den Menschen in den Entwicklungsländern direkt zugute kommen.