Triumph: Entlassungen
Zurück Druckbare Version Diese Seite weiterleiten


Haftbefehl gegen Triumph-Arbeiterinnen in Thailand  (16.09.09)
Am 28.August 2009 hat die Polizei im Bezirk Dusit in Bangkok Haftbefehle gegen Jitra Kotchadej, Sunthorn Boonyod und Bunrawd Saiwong erlassen.

Der Grund: Sie haben friedlich gegen die Kündigung von über 2'000 ArbeiterInnen bei Body Fashion Thailand (BFT), einem Tochterunternehmen von Triumph International, demonstriert.

Petitionsübergabe brutal verhindert

Hunderte ArbeiterInnen hatten sich vor dem Parlament eingefunden, um dem thailändischen Premierminister Abhisit Vejjajiva eine Petition zu überreichen. Doch Vejjajiva weigerte sich, die GewerkschafterInnen zu treffen. Stattdessen wurden die ArbeiterInnen von der Polizei mit Schallkanonen empfangen. Diese umstrittene Militärwaffe gibt eine hohe Konzentration von Schallwellen ab, die vorübergehende Stummheit, verschwommene Sicht und bleibende Taubheit verursachen können. Menschenrechtsorganisationen sehen in der Waffe eine politische Methode, die Bürgerrechte massiv einzuschränken.

Missbrauch von Gesetzen

Bunrawd Saiwong (33), Sekretärin der Triumph International Thailand Labour Union (TITLU), Jitra Kotchadej (34), unabhängige Beraterin der TITLU und Sunthorn Boonyod (50), Leiterin des Labour Congress Centre der Gewerkschaften Thailands, werden beschuldigt, gegen das Gesetz für die innere Sicherheit verstossen zu haben. Dieses verbietet Ansammlungen von mehr als 10 Menschen im Bezirk Dusit in Bangkok.

Es räumt den Autoritäten eine grossen Spielraum ein, um «Verdächtige» festzunehmen, ähnlich wie bei der Verordnung des nationalen Ausnahmezustands. Nun wird das Gesetz missbraucht, um friedliche Versammlungen und Redefreiheit in Bezug auf Arbeitsrechtsverletzungen des Konzerns Triumph International zu unterdrücken.

Systematische Bekämpfung der Gewerkschaften

Die Demonstration vor dem thailändischen Parlament war nur eine von vielen Protestaktionen der thailändischen Triumph-Gewerkschaft. Seit 2008 kämpft die Gewerkschaft mit anti-gewerkschaftlichen Aktionen von BFT. Sie befürchtet, dass die Entlassungen nur ein weiterer Baustein in der systematischen Zerstörung von gewerkschaftlich organisierten Betrieben ist. Diese Befürchtung wird durch den gleichzeitigen Ausbau von nicht gewerkschaftlich organisierten Fabriken in Thailand bestätigt.

Verstoss gegen internationale Richtlinien

Triumph verstösst gegen die ILO-Konvention 158 und OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen. Unternehmen müssen geplante Sparmassnahmen wie bspw. Entlassungen mit den Gewerkschaften verhandeln und entwickeln. Zudem müssen sie Informationen bereit stellen, die transparent und nachvollziehbar machen, wieso die Massnahme getroffen werden muss.

Den ganzen August 2009 hindurch hat die Betriebsleitung jedoch Treffen mit den Gewerkschaften abgesagt.


Mehr zum Thema

Buch: «Clean Clothes Campaign - A global movement to end sweatshops»
Jetzt bestellen!

Clean Clothes - a global movement to end sweatshops

iPhone App «Fair Fashion»
zum App Store