Opfer der Palmölplantagen
Ich bin Rusdi, aus Indonesien, von der Insel Sumatra. Als ich zwölf Jahre alt war, begann ich meinem Vater beim Abzapfen von Kautschukbäumen zu helfen. Wir waren arme Bauern, aber wir hatten genug zum Leben.
Jedes Jahr rodeten wir kleine Stücke des Urwaldes und pflanzten Trockenreis. Auch etwas Gemüse und Chili. Der Urwaldboden ist unfruchtbar, deswegen wächst nach einer Ernte kein Reis mehr, nur noch Kautschuk. Unser Kautschukgarten war der Stolz der Familie.
Der Wald um unser Dorf schien uns gross, wie für die Ewigkeit geschaffen. Manchmal kamen die Waldnomaden und brachten uns Honig. Und sie lächelten, wenn sie erzählten, wie der Wald uns Menschen beschützt. Dann aber sahen ihn die Reichen. Über Nacht kamen grosse Konzerne nach Sumatra, sie bringen fremde Arbeiter mit. Mit Kettensägen und Bulldozern reissen sie die grossen Bäume nieder.
Der Rest wird verbrannt. Es ist die Hölle für uns. In der Trockenzeit ist der Rauch so dick, dass wir kaum noch atmen können. Meine Kinder husten. Und die Waldnomaden lächeln nicht mehr. Sie bringen auch keinen Honig mehr. Jetzt betteln sie. Und wir hungern.
Zum Glück haben wir noch unseren Kautschukgarten! sagte ich mir, um mich zu trösten. Doch dann, vor acht Jahren, wälzten die Bulldozer auch unsere Kautschukbäume nieder. Alle Kautschukbäume von unserem Dorf. Sechshundert Familien ohne Einkommen. Jetzt stehen dort Ölpalmen, kilometerweit. Der Wald, die Gärten – alles vernichtet.
Das Schlimmste ist das Wasser. Es ist so absurd, hier war früher Regenwald. Es regnet fast jeden Tag, aber wir haben kein Wasser zum Trinken. Die Bäche sind ausgetrocknet. Wir müssen weite Umwege um die Plantage machen, um überhaupt noch Wasser zu finden. Und das ist brackig. Vergiftet ist es wohl auch, denn in der Plantage benutzen sie etwas gegen die Heuschrecken.
Die Waldnomaden sterben an seltsamen Krankheiten. Sie wussten es schon früher. Haben sie nicht immer erzählt: «Wenn man den Wald zerstört, nimmt er uns unsere Kinder.» Sie haben recht.
Ich bin wütend. Der Konzern hat unser Land gestohlen. Wovon sollen wir jetzt leben?
Dies ist eine gekürzte Version. Lesen Sie den ganzen Text.
Jedes Jahr rodeten wir kleine Stücke des Urwaldes und pflanzten Trockenreis. Auch etwas Gemüse und Chili. Der Urwaldboden ist unfruchtbar, deswegen wächst nach einer Ernte kein Reis mehr, nur noch Kautschuk. Unser Kautschukgarten war der Stolz der Familie.
Der Wald um unser Dorf schien uns gross, wie für die Ewigkeit geschaffen. Manchmal kamen die Waldnomaden und brachten uns Honig. Und sie lächelten, wenn sie erzählten, wie der Wald uns Menschen beschützt. Dann aber sahen ihn die Reichen. Über Nacht kamen grosse Konzerne nach Sumatra, sie bringen fremde Arbeiter mit. Mit Kettensägen und Bulldozern reissen sie die grossen Bäume nieder.
Der Rest wird verbrannt. Es ist die Hölle für uns. In der Trockenzeit ist der Rauch so dick, dass wir kaum noch atmen können. Meine Kinder husten. Und die Waldnomaden lächeln nicht mehr. Sie bringen auch keinen Honig mehr. Jetzt betteln sie. Und wir hungern.
Zum Glück haben wir noch unseren Kautschukgarten! sagte ich mir, um mich zu trösten. Doch dann, vor acht Jahren, wälzten die Bulldozer auch unsere Kautschukbäume nieder. Alle Kautschukbäume von unserem Dorf. Sechshundert Familien ohne Einkommen. Jetzt stehen dort Ölpalmen, kilometerweit. Der Wald, die Gärten – alles vernichtet.
Das Schlimmste ist das Wasser. Es ist so absurd, hier war früher Regenwald. Es regnet fast jeden Tag, aber wir haben kein Wasser zum Trinken. Die Bäche sind ausgetrocknet. Wir müssen weite Umwege um die Plantage machen, um überhaupt noch Wasser zu finden. Und das ist brackig. Vergiftet ist es wohl auch, denn in der Plantage benutzen sie etwas gegen die Heuschrecken.
Die Waldnomaden sterben an seltsamen Krankheiten. Sie wussten es schon früher. Haben sie nicht immer erzählt: «Wenn man den Wald zerstört, nimmt er uns unsere Kinder.» Sie haben recht.
Ich bin wütend. Der Konzern hat unser Land gestohlen. Wovon sollen wir jetzt leben?
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