Forderung an die Firmen
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Fabrik Chi-Fung in El Salvador

(c) Maik Pflaum

Die Clean Clothes Campaign fordert folgende Verbesserungen von den Outdoorfirmen:

1. Verhaltenskodex erarbeiten
2. Verhaltenskodex umsetzen
3. Einer Multistakeholder-Initiative beitreten und Zivilgesellschaft einbeziehen
4. Organisationsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen fördern
5. KleinbäuerInnen im Rohstoffanbau unterstützen

  Auch Kleinstfirmen können sich engagieren.

1. Verhaltenskodex erarbeiten

  • Der Geltungsbereich des Kodex umfasst alle direkt angestellten ArbeiterInnen sowie alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette, unabhängig von ihrem formalen Status (also auch HeimarbeiterInnen oder ArbeiterInnen in informellen Arbeitsverhältnissen).
  • Den Referenzrahmen bilden die ILO-Kernkonventionen, Mindeststandards gemäss der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die Einhaltung aller lokalen Arbeitsgesetze sowie die Forderung, dass die Lieferanten jeweils denjenigen Mindeststandard erfüllen, der den höchsten Schutz für die ArbeiterInnen garantiert. Das Unternehmen verpflichtet sich zur Bezahlung eines existenzsichernden Lohns.
  • Der Kodex ist öffentlich zugänglich und bei allen ArbeiterInnen bekannt. Dazu soll der Kodex in der jeweiligen Landessprache übersetzt sein und je nach Kontext auch in einer Bildumsetzung für ArbeiterInnen, die nicht lesen und schreiben können, vorliegen. Der Kodex soll an gut frequentierten Stellen im Betrieb platziert werden.

Weitere Infos für die Erarbeitung eines Verhaltenskodexes: CCC-Modellkodex; JO-In-Modellkodex.

2. Verhaltenskodex umsetzen

  • Verantwortung für die Umsetzung und Überprüfung des Verhaltenskodex wird an zentraler Stelle bei den Führungskräften des Betriebes verankert.
  • Verhaltenskodex wird im gesamten Betrieb verankert, insbesondere auch in der Einkaufspolitik, um sicherstellen, dass diese nicht dem eigenen Kodex widerspricht.
  • Lieferanten werden zur transparenten Aufzeichnung über die Bezugsquellen aller Produkte sowie zur Einhaltung des Kodexes verpflichtet und geben uneingeschränkten Zugang zu ihren Aufzeichnungen.
  • Es besteht ein Engagement für langfristige Lieferantenbeziehungen.
  • Im Falle von Verstössen gegen den Verhaltenskodex werden gemeinsam mit den Lieferanten und den lokalen Interessensvertretungen (NGOs, Gewerkschaften) geeignete Korrekturmassnahmen erarbeitet.
  • Es bestehen aktive Massnahmen, um die Gewerkschaftsrechte zu stärken (z.B. gewerkschaftlich organisierte Fabriken bevorzugen, gewerkschaftsfreundliche Haltung des Managements fördern etc.).
  • Es bestehen spezifische Massnahmen, um die Gender-Thematik aufzunehmen. Die grosse Mehrheit der ArbeiterInnen in den Fabriken sind Frauen, ein besonderer Schutz vor Diskriminierung und sexueller Übergriffe ist daher in vielen Fällen notwendig.

3. Einer Multi-Stakeholder-Initiative beitreten und Zivilgesellschaft einbeziehen

  • Beitritt zu einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative wie der Fair Wear Foundation (FWF).
  • Zusammenarbeit mit Initiativen, die ArbeiterInnen bezüglich ihrer Arbeits-, Menschen-, Gewerkschafts- und Frauenrechte ausbilden.
  • Transparente Berichterstattung im Sinne eines Nachhaltigkeitsberichts gemäss den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI).
  • Verzicht auf irreführende Ethikwerbung.
  • Zusammenarbeit mit lokalen Gewerkschaften und NGOs fördern und diese in die Umsetzung des Kodexes einbeziehen.
  • Vertrauliches Beschwerdeverfahren implementieren, sicherstellen, dass ArbeiterInnen, Gewerkschaften und lokale NGOs bei allfälligen Verstössen gegen den Verhaltenskodex direkt beim einkaufenden Unternehmen intervenieren können.

4. Organisationsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen fördern

  • Positiver Ansatz zur Organisationsfreiheit anwenden.
  • Sicherstellen, dass ehrliche Kollektivvertragsverhandlungen stattfinden können.
  • Förderung von Organisationsfreiheit und Kollektivvertragsverhandlungen in Staaten, wo diese Rechte beschränkt sind.


5. KleinbäuerInnen im Rohstoffanbau unterstützen

  • Verwendung eines möglichst hohen Anteils an Bio-Baumwolle, die nach kbA-Richtlinien (GOTS Label) sowie von Faitrade-Baumwolle, die nach Max Havelaar/FLO zertifiziert ist.
  • Langfristiges Engagement für Biobaumwolle und mehrjährige Abnahmegarantien für die Bauern.
Für weiterführende Informationen:
CCC-Dokumentation: Vier Schritte zu einer fairen Lieferkette
  CCC-Modellkodex


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