Trotz internationalen Protests ignorieren das Einrichtungshaus
IKEA und das Textilunternehmen
Ibena die Arbeitsrechtsverletzungen bei ihrem türkischen Zulieferer Menderes Tekstil.
Das Versandhaus
Otto hat mittlerweile die ersten Schritte eingeleitet, um die Arbeitsrechtsverletzungen aufzuklären. Vorort geht die Menderes Geschäftsführung allerdings weiterhin massiv gegen GewerkschafterInnen vor und hat bisher nichts dagegen getan, die Sicherheitsstandards in der Fabrik zu verbessern. Die Menderes Geschäftsführung und die Einkäufer verstossen damit weiterhin gegen internationale Arbeitsrechte und ihre eigenen Verhaltenskodices.
Tod wegen nicht eingehaltener Sicherheitsmassnahmen
Bei einem Unfall am 20. November 2008 verunglückte ein Arbeiter tödlich, als er in den Lüftungsschacht eines Kohleheizers fiel. ArbeiterInnen berichteten, dass die vorgeschriebenen Sicherheitsmassnahmen nicht eingehalten wurden - dieser Unfall hätte bei korrekter Einhaltung verhindert werden können.
Nach dem tragischen Unfall wies die Menderes Tekstil Geschäftsführung drei Arbeitskollegen an, den Körper des Unfallopfers aus dem Schacht zu holen. Da wiederum keine Sicherheitsmassnahmen eingeleitet wurden, erlitten diese drei Vergiftungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. In den letzten Jahren starben insgesamt vier ArbeiterInnen in der Fabrik.
Gewerkschaftern wird gedroht
Um gegen die schlechten Arbeitsbedingungen vorzugehen, hatte die türkische Textilgewerkschaft TEKSIF bereits im März 2008 damit begonnen, die ArbeiterInnen zu organisieren. Die Menderes Geschäftsführung drohte daraufhin den GewerkschafterInnen mit Versetzungen und Entlassungen. Zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder, die sich in der Folge weigerten, aus der Gewerkschaft auszutreten, verloren ihre Arbeit. Als sie Beschwerden bei türkischen Arbeitsgerichten einreichten, drohte die Menderes Geschäftsführung ihnen erneut und entließ ihre Familienangehörige.
Im August 2008 begannen die ArbeiterInnen für 190 Tage vor der Fabrik zu demonstieren. Sie forderten die Anerkennung der Gewerkschaft und Verhandlungen mit der Fabrikleitung. Dazu ist die Menderes Tekstil Geschäftsführung allerdings bis heute nicht bereit und diskriminiert die GewerkschafterInnen weiterhin.
Die Fabrik, die in Denzil im Südosten des Landes liegt, stellt Bettwäsche für den heimischen Markt und den Export her. Neben Ikea, Otto und Ibena kaufen auch das deutsche Texilunternehmen Horizonte Textil GmbH, die französische Kette Carrefour sowie die amerikanischen Unternehmen Wal-Mart, Target und Kohls dort ein.
Ikea, Otto und Ibena gefordert
Die Clean Clothes Campaign und TEKSIF fordern die Menderes Tekstil Geschäftsführung sowie Ikea, Otto und Ibena auf,
- die GewerkschafterInnen, die aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen wurden und bei Gericht Beschwerden eingereichten, wieder anzustellen und eine angemessenen Entschädigungszahlung zu leisten;
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- TEKSIF als Gewerkschaft und als Vertretung ihrer Mitglieder in allen Fabriksangelegenheiten anzuerkennen sowie allen ArbeiterInnen das Recht zuzusichern, sich gewerkschaftlich zu organisieren und kollektive Verträge auszuhandeln;
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- TEKSIF als Arbeitnehmervertretung in die Umstrukturierungspläne des Unternehmens und bei der Festlegung von Kriterien für betriebsbedingte Kündigungen einzubeziehen;
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- die Gesundheits- und Sicherheitsstandards in den Fabriken sowie Beschwerdeverfahren zu überprüfen und anzupassen.
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