Kakao und Krieg
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(c) Tim A. Hetherington

Seit nunmehr sieben Jahren herrscht in der Elfenbeinküste (Westafrika) ein Klima der Gewalt. Der Bürgerkrieg 2002 bis 2003 und die darauf folgenden bewaffneten Konflikte kosteten unzähligen Zivilisten das Leben und beraubten das einst wohlhabende Land seiner wirtschaftlichen und sozialen Sicherheit.

Elfenbeinküste: vom «Afrikanischen Wunder» zum Konfliktherd

Vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs war die Elfenbeinküste eine politisch und wirtschaftlich stabile Nation – sie galt als das wirtschaftliche Zugpferd Westafrikas. In den 1970er und 1980er Jahren bezeichnete man die Elfenbeinküste wegen seines wirtschaftlichen Erfolgs gar als das «Afrikanische Wunder». Trotz dieses wirtschaftlichen Aufschwungs führte ein Armeeputsch im Jahre 1999 zu enormen innenpolitischen Spannungen. Diese entluden sich 2002 in einer Rebellion gegen die amtierende Regierung und weiteten sich schliesslich zu einem Bürgerkrieg aus.

Soziale Unsicherheit und Menschenrechtsverletzungen

Nach Kämpfen zwischen verschiedenen regierungstreuen und regierungsfeindlichen Truppen teilte sich die Nation in einen von der Regierung kontrollierten Süden und einen von Rebellen kontrollierten Norden. Diese Zweiteilung des Landes besteht bis heute – trotz eines Friedensvertrags zwischen den Kriegsparteien im Jahr 2007 und trotz der geplanten landesweiten Neuwahlen.

Sowohl im Norden als auch im Süden des Landes ist es seit Ausbruch des bewaffneten Konflikts zu unzähligen Menschenrechtsverletzungen gekommen. Die Zivilbevölkerung ist der Willkür der bewaffneten Truppen beider Seiten oft schutzlos ausgesetzt. Verhaftungen, Gewalt und Erpressen von Schutzgeld sind an der Tagesordnung. Ausserdem besteht der Verdacht, dass für den bewaffneten Konflikt Kindersoldaten eingesetzt wurden.

Kakao: das braune Gold der Elfenbeinküste

Der Schlüssel zur Finanzierung des Bürgerkriegs liegt bei den natürlichen Rohstoffen und Exportprodukten des Landes, insbesondere beim Kakao. Ende 2005 wurde bekannt, dass sowohl Regierung als auch Rebellen ihre Armeen mittels Steuern und Abgaben finanzieren, die sie auf Kakaobohnen erheben. Das Ausmass der Kriegsfinanzierung durch Kakao wurde 2007 in einem detaillierten Bericht der Anti-Korruptions-Organisation Global Witness festgehalten.

Neben dem Bürgkrieg ziehen aber auch mächtige Individuen den Kakaobauern das Geld aus der Tasche. Viele Politiker und Militärs bereichern sich persönlich an den Kakao-Abgaben. Wer in der Elfenbeinküste den Kakaohandel kontrolliert, dem winkt das grosse Geld: Mit einer Produktion von durchschnittlich 1,3 Millionen Tonnen Kakao pro Saison ist das westafrikanische Land mit Abstand der grösste Kakaoproduzent weltweit. Entsprechend gross sind die Pfründen, um die es den Machthabern auf beiden Seiten geht. Doch auch für die Bevölkerung selbst ist Kakao von zentraler Bedeutung: Er ist die Lebensgrundlage für mehrere hunderttausend Kleinbauern und deren Familien.

Quellen:


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