Wer trägt die Verantwortung?
Das Problem der Kinderarbeit und Kindersklaverei auf den Kakaoplantagen wurde erst im Jahr 2001 offiziell anerkannt. Seither wird die Verantwortung für Lösungsansätze zwischen der Industrie, den betroffenen Regierungen, multinationalen Institutionen und Konsumierenden hin- und hergeschoben.
Der UNICEF Report und der Menschenrechtsbericht des U.S. State Departments über westafrikanische Kakaobauern, die versklavte Kinder aus Mali, Burkina Faso und Togo halten, schlugen im Jahr 1998 und 2000 noch keine hohen Wellen. Spätere Medienberichtserstattungen lösten indes grosses Entsetzen in der Öffentlichkeit aus.
Während die Industrie jedoch schon heute von grossen Erfolgen im Zertifizierungsprozess spricht und behauptet, dass 50 Prozent der erforderten Daten in der Elfenbeinküste und Ghana bereits gesammelt wurden und die 15-Millionen-Dollar-Projekte erfolgreich umgesetzt wurden, stellt die Tulane University in ihrem Report (2008) fest, dass die grosse Mehrheit der Kinder, die in der Zone des Kakaoanbaus wohnt (95 Prozent in Ghana und 98 Prozent in der Elfenbeinküste), noch nie etwas gehört haben von solchen Interventionsprojekten.
Quellen:
Der UNICEF Report und der Menschenrechtsbericht des U.S. State Departments über westafrikanische Kakaobauern, die versklavte Kinder aus Mali, Burkina Faso und Togo halten, schlugen im Jahr 1998 und 2000 noch keine hohen Wellen. Spätere Medienberichtserstattungen lösten indes grosses Entsetzen in der Öffentlichkeit aus.
Das Kakao-Protokoll
Die Schokoladeindustrie geriet unter Druck. In den USA wurde ein Gesetzesentwurf lanciert, der Unternehmen, die beweisen können, dass ihre Schokolade ohne Zwangsarbeit produziert wurde, erlaubte, ein no-forced-labor-Label auf ihren Produkten anzubringen. Um ein solches Label zu verhindern, stimmte die Schokoladeindustrie einem internationalen Protokoll zu, das Schokoladeproduzenten, Regierungen und lokalen Farmern vier Jahre (bis ins Jahr 2005) Zeit gab, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit zu beheben und einen Zertifizierungsprozess ins Leben zu rufen. Unterzeichnet haben das sogenannte Harkin Engel Protocol die weltweit grössten Schokoladeproduzenten.Ziele nicht erreicht
Dieses Versprechen löste einiges aus. Die Stiftung International Cocoa Initiative (ICCO) wurde gegründet und das International Institute of Tropical Agriculture (IITA) machte eine Erhebung in den Regionen, wo Kakao angebaut wird – welche die erschreckenden Zahlen hervorgebracht hat. Pilotprojekte wurden getestet, Verifikationssysteme ausprobiert und Interventionsprojekte implementiert. Genützt hat alles nichts, im Jahr 2005 bat die Industrie um eine Verlängerung der Deadline bis im Sommer 2008. Bis im Juni 2008 war jedoch nach wie vor nicht viel geschehen, also wurde die Frist für die Erfüllung der Ziele noch einmal verlängert bis Ende 2010.Während die Industrie jedoch schon heute von grossen Erfolgen im Zertifizierungsprozess spricht und behauptet, dass 50 Prozent der erforderten Daten in der Elfenbeinküste und Ghana bereits gesammelt wurden und die 15-Millionen-Dollar-Projekte erfolgreich umgesetzt wurden, stellt die Tulane University in ihrem Report (2008) fest, dass die grosse Mehrheit der Kinder, die in der Zone des Kakaoanbaus wohnt (95 Prozent in Ghana und 98 Prozent in der Elfenbeinküste), noch nie etwas gehört haben von solchen Interventionsprojekten.
Engagement der ILO
Auch die International Labour Organization (ILO) hat Initiative ergriffen mit ihrem International Programme on the Elimimation of Child Labour (IPEC). Die ILO/IPEC wurde zum Start von der globalen Kakao- und Schokoladeindustrie eingeladen, an beratenden Prozessen teilzunehmen und konkrete Aktivitäten vorzuschlagen, um dem Problem der Kinderarbeit ein Ende zu setzen. Parallel dazu lief zwischen 2003 und 2006 das Programm, bekannt als West Africa Cocoa and Commercial Agriculture Project to Combat Hazardous and Exploitative Child Labour (WACAP).Lippenbekenntnis der Schokoladeindustrie
Die Industrie versteckt sich hinter mitfinanzierten Pilotprojekten, deren Ziel es ist, die Praktiken der Bauern zu ändern, ohne dass sie ihre eigenen ändern. Wenn die Industrie ihre Geschäftspraktiken nicht anpasst und beginnt, den Bauern faire Preise zu zahlen, wenn sie nicht jene Bauern formell unter Vertrag nimmt, die sich an die ILO-Konventionen 182 und 138 halten, werden die Pilotprojekte ihre Ziele nie nachhaltig erfüllen können.Quellen:
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