Kindersklaven
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(c) International Labour Rights Forum

Viele Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten, werden eigens zu diesem Zweck verkauft. Mit Versprechen auf eine Ausbildung oder ein Fahrrad werden sie von zu Hause weggelockt und dann versklavt.

Die schlimmste Form von Kinderarbeit ist die Sklaverei. Laut einer UNICEF Studie und einem Report des U.S. State Department’s of Human Rights gibt es schätzungsweise 15 000 Kinder, die in Westafrika im Alter zwischen neun und sechzehn Jahren von Menschenhändlern verschleppt, verkauft und auf Kakao- Kaffee- und Baumwollplantagen zu Zwangsarbeit angehalten werden. In der Elfenbeinküste, einem Einwanderungsland für Arbeitssuchende aus den vergleichsweise ärmeren Nachbarländern, sind Kinderhandel und ausbeuterische Formen von Kinderarbeit weit verbreitet.

Körperliche und psychische Schäden

Die Kinder werden aus den Nachbarländern, aber auch aus Dörfern im Land selbst, an Arbeitgeber vermittelt. Jungen arbeiten vor allem in den Kakaoplantagen, Mädchen in städtischen Privathaushalten. Dort sind die Kinder ungeschützt, werden körperlich und teilweise auch sexuell ausgebeutet und erhalten wenn überhaupt nur einen geringen Lohn.

Neben körperlichen und psychischen Schäden beeinträchtigt mangelnde Schulbildung die Zukunftschancen der Kinder. Laut der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) werden Rechtskonventionen zum Schutz von Kindern bisher nicht effektiv umgesetzt. Betroffene Kinder haben kaum Möglichkeiten, dieser Situation zu entkommen und Grundfertigkeiten zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu erwerben.
Ein Tag im Leben eines Kindersklaven
Wer Glück hat, schläft auf weichen Bananen und Maiskolben und bekommt zu den gebratenen Bananen auch etwas gesalzenen Yams zum Abendessen. Wer Pech hat, wird geschlagen und gedemütigt, um den eigenen Willen zu brechen. Lange Arbeitstage, die über zwölf Stunden dauern, damit die Ernte der Kakaobohnen eingebracht werden kann, haben die Kinder aber alle.

Kakaobohnen gedeihen in Schoten, die ungefähr so gross sind wie Papayafrüchte. Die Schoten wachsen an Kakaobäumen. Die Kinder schlagen die Schoten mit Macheten vom Baum herunter, schneiden sie auf, schöpfen die Bohnen aus, streuen diese in Körbe oder auf Matten und decken sie zu, damit der Kakao fermentiert. Später werden die Bohnen wieder aufgedeckt und in die Sonne zum Trocknen gelegt, damit sie nachher in grosse Säcke verpackt und auf Lastwagen verladen werden können.

Ein Arbeitstag beginnt bei Sonnenaufgang, gegen sechs Uhr morgens, und endet bei Sonnenuntergang um halb sieben Uhr abends, erzählt ein zwölfjähriger Junge in einem Interview mit dem Journalisten Sudarson Raghavan. Die Nacht verbringt er in einem kleinen Raum auf Holzbrettern zusammen mit 18 anderen Jungs. Das einzige Fenster besteht aus einem Loch von der Grösse eines Tennisballs, damit etwas frische Luft hereinströmen kann. Sind die Jungs einmal in der Hütte, darf sie niemand mehr verlassen. Für die Notdurft stehen Blechkanister neben den Holzbrettern bereit.

Quellen:
  • L. Diane Mull and Steven R. Kirkhorn. 2005. Child Labor in Ghana cocoa Production: Focus upon Agricultural Tasks, Ergonomic Exposures, and Associated Injuries and Illnesses. In: Public Health Reports, Volume 120.
  • International Labour Organization and Bureau for Worker’s Activities. 2002. Bitter Harvest. Child Labour in Agriculture. Developing national and international trade union strategies to combat child labour.
  • Raghavan, Sudarsan and Sumana Chatterjee. 2001. A Taste of Slavery. In: Knight Ridder Newspapers, June 24, 2001.
  • Chatterjee, Sumana and Jaan Elias. 2008. Cadbury. An Ethical Company Sturggles to Insure the Integrity of its Supply Chain. Yale SOM Case Study Research Team, Yale University, New Haven.



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