Triumph: Entlassungen
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Thailändische Gewerkschaft kämpft weiterhin um Fairness  (06.11.08)
Thailändische Gewerkschafterin Wanphen Wongsombat in der Schweiz
Die ArbeiterInnnen bei Body Fashion Thailand (BFT), einer Tochterfirma von Triumph International, nähen BHs und Unterwäsche für den Zurzacher Dessous-Hersteller.

Sie sind stolz auf ihre Arbeit – und auf ihre Gewerkschaft. Als ihre Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej im Juli aus fadenscheinigen Gründen entlassen wurde, gingen die ArbeiterInnen aus Solidarität mit ihr in einen mehrwöchigen Streik. Das als Kündigungsgrund angeführte T-Shirt von Kotshadej verwies auf das Recht, sich nicht zu erheben, wenn die Landeshymne gespielt wird, sowie auf das Gesetz zur Majestätsbeleidigung, das oftmals zur Unterdrückung der politischen Opposition missbraucht wird. Laut Triumph International schädigte der TV-Auftritt den Ruf des Unternehmens, womit die Entlassung der Gewerkschaftspräsidentin gerechtfertigt sei. Mit der Entlassung gegen die Gewerkschaftspräsidentin und dem Ausgang des arbeitsrechtlichen Prozesses wird Jitra Kotshadej das fundamentale Recht auf freie Meinungsäusserung verweigert.

Chronologie

Am 1. August 2008 waren mehr als 2000 ArbeiterInnen bei Body Fashion Thailand (BFT), einer Tochterfirma von Triumph International, in den Streik getreten, nachdem ihre Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej aus fadenscheinigen Gründen entlassen wurde. Trotz internationalem Protest wurde Jitra Kotshadej nicht wieder angestellt.

In der Zwischenzeit hat die Gewerkschaft eingewilligt, den Streik zu beenden. Obwohl das Fabrikmanagement am 12. September 2008 eine Vereinbarung unterzeichnet hat, in der den Streikenden zugesagt wurde, dass sie nicht diskriminiert würden, geschieht nun jedoch genau das. Gewerkschaftsmitglieder erhalten kaum noch Zusatzaufträge, um das dringend benötigte Zusatzeinkommen zu verdienen. Sie sind oft verbalen Attacken von Vorgesetzten ausgesetzt und sind strikteren Regelungen ausgesetzt, etwa wenn es darum geht, während der Arbeitszeit den Arbeitsplatz kurz verlassen zu dürfen.

Im Oktober 2008 fanden zwei Treffen zwischen dem BFT Management und der lokalen Gewerkschaft statt. Das BFT Management versprach zwar, den oben geschilderten Vorfällen nachzugehen, bisher sind aber keine konkreten Aktionen erfolgt. Das BFT Management hatte eine Untersuchung der anti-gewerkschaftlichen Aktionen während der Streikphase vom August bis September 2008 und zu den von der Gewerkschaft berichteten Korruptionsfällen zugesagt. Dazu sollte ein Untersuchungsteam eingesetzt werden. Das BFT Management wehrte sich jedoch dagegen, Triumph International und den deutschen Triumph-Betriebsrat in die Untersuchung einzubeziehen. Die thailändische Gewerkschaft befürchtet jedoch aufgrund bisheriger Erfahrungen, dass das aktuelle Untersuchungsteam, das aus dem BFT Management und eigenen GewerkschaftsvertreterInnen besteht, ohne internationale Mitwirkung keine ernsthaften Ergebnisse liefern kann.

Am 17. November 2008 fand erneut eine Anhörung vor dem Arbeitsgericht statt, vor dem die Entlassung der Gewerkschaftspräsidentin verhandelt wurde. Am 28. November erging dann das skandalöse Urteil: Die Entlassung Jitra Kotshadejs sei rechtens. Kotshadej will diesen Entscheid jedoch anfechten.

Leere Versprechungen

Vom 23. September bis 4. Oktober 2008 waren Wanphen Wongsombat von der Triumph International Thailand Labour Union (TITLU) sowie Premjai Jaikla von der Thai Labour Campaign in Europa. Ziel waren Gespräche mit Triumph International in der Schweiz, aber auch die Vernetzung mit europäischen Arbeitsrechtsaktivisten und -aktivistinnen. Sie forderten von Triumph International erneut die Einhaltung der internationalen Arbeitsstandards, der Menschenrechte, sowie des firmeneigenen Verhaltenskodex.

Am letzten Tag ihres Besuchs kam es zum Treffen mit Triumph International in Zurzach. Triumph International wiederholte, sie erwarteten zwar, dass ihre Tochterfirmen den Verhaltenskodex einhalten, lehnten es jedoch ab, dafür Verantwortung zu übernehmen und entsprechend bei BFT zu intervenieren. Ohne ein solches Engagement bleibt der Verhaltenskodex jedoch ein Papier der leeren Worte.

Es ist höchste Zeit, dass Triumph International sich bei seiner Tochterfirma BFT direkt engagiert, um der Diskriminierung gegen Gewerkschaftsmitglieder ein Ende zu setzen und sicherzustellen, dass die Vereinbarungen zwischen dem BFT Management und der thailändischen Gewerkschaft vollumfänglich eingehalten werden. Triumph International soll eine aktive Rolle einnehmen, damit in ihrer Tochterfirma Body Fashion Thailand (BFT) internationale Arbeitsstandards, Menschenrechte, sowie der firmeneigenen Verhaltenskodex eingehalten wird.

Stand Juni 2009

Nach anhaltendem Druck und personellen Wechseln vor Ort gab es deutliche Verbesserungen im Dialog zwischen der Gewerkschaft TITLU und dem lokalen Management. Obwohl gewisse Probleme zur Zeit noch bestehen (u.a. die Renovation des Fabrikdaches, das während der Regenzeit zu einem Sicherheitsrisiko werden könnte) ist TITLU zuversichtlich, dass dank konstruktiven Gesprächen die ausstehenenden Fragen rasch gelöst werden können.


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