Das Projekt
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Lageplan des Ilisu-Staudamms am Tigris

(c) Erklärung von Bern

Das Ilisu-Staudammprojekt am Tigris ist Teil des südostanatolischen Bewässerungs- und Energieprojektes (Greater Anatolien Project - GAP), das den Bau von 22 Staudämmen an Euphrat und Tigris vorsieht.

Die Hälfte davon wurde bisher gebaut (Stand April 2008). Das Ilisu-Projekt soll mit einer Leistung von 1200 MW das zweitgrösste Kraftwerk des GAP werden und nur der Stromgewinnung dienen. Laut Angaben der türkischen Regierung sollen damit 2 bis 3 % des türkischen Energieverbrauchs gedeckt werden, wobei der Strom hauptsächlich den westlichen Metropolen zugute kommt.

Daten und Zahlen

  • Ort: Türkei, Südostanatolien, ca. 65 km vor der Grenze zu Syrien
  • Fluss: Tigris
  • Leistung: 1200 MW
  • Stromerzeugung: 3 800 GWh jährlich
  • Höhe der Staumauer: 135 Meter
  • Länge des Staumauer: 1820 Meter
  • Bauzeit: 7 Jahre (Inbetriebnahme für 2015 geplant)
  • Geplanter Baubeginn: 2008 – wird sich eventuell verzögern
  • Stauraumfläche: 313 km
  • Durch Schwall und Einstau beeinflusste Flusstrecke: 350-400 Kilometer.

Die Projektkosten werden auf rund 2 Mrd. Euro veranschlagt, wobei sich die Kosten bis Bauende erfahrungsgemäss verdoppeln. Etwa 1,2 Mrd. Euro davon sind Baukosten, weitere 800 Mio. Euro sind für die Umsiedlung der Bevölkerung und die Verlagerung von Kulturgütern vorgesehen. 500 Millionen Euro kommen von europäischen Banken.

Projektpartner:

ab 2010 - Die türkische Regierung baut Ilisu mit neuem Baukonsortium und neuer Finanzierung


Die türkische Regierung hat laut türkischen Pressemitteilungen Ende Januar 2010 Verträge mit den türkischen Banken Akbank und Garantibank über die gesamte Vorfinanzierung von 1.5 Mrd. Euro des Mega-Staudamms abgeschlossen.

Der Auftraggeber: DSI (Devlet Su DD leri) die türkische Wasser- und Staudammbehörde
Baufirmen: Nurol, Cengiz, Celikler, Temelsu aus der Türkei und Andritz Österreich
Banken: Akbank, Garantibank (Türkei)

bis 2009 - Die türkische Regierung schloss Verträge mit folgenden Partnern:


a) Lieferverträge mit den Unternehmen:

  • VA-Tech Hydro GmbH & Co (Österreich): Konsortumführer und Projektabwicklung, Turbinen
  • Züblin AG (Deutschland, Mehrheitseigentümer ist die österreichische STRABAG)
  • Alstom Ltd, Maggia, Colenco (Schweiz): Generatoren und Elektrische Ausrüstungen
  • Nurol, Cengiz Celiker, Temelsu (Türkei): Bau des Damms

b) Finanzierung (2007-2009)

  • Bank Austria (AUT): 230 Mio €
  • DEKA Bank (D): 114 Mio €
  • Socité Générale (F): 156 Mio €

Weitere Gelder kommen von den türkischen Geldinstituten «Garantibank» und «Akbank».

c) Beteiligte Regierungen< (2005-2009)/b>

Beteiligt sind Deutschland, Österreich und die Schweiz über ihre Exportrisikoversicherungen:

  • Schweiz (Schweizerische Exportrisikoversicherung, SERV)
  • Österreich (Österreichische Kontrollbank AG = ÖKB)
  • Deutschland (Euler Hermes)

Diese versichern die Lieferaufträge nationaler Firmen. Die Versicherungen bedurften der Genehmigung der jeweiligen Regierungen.

Die versicherten Summen:

  • Euler Hermes: 93,5 Mio €
  • SERV: 135 Mio € ( davon Lieferantenkredite: 170 Mio Sfr, Ingenieurleistungen: 45 Mio Sfr)
  • ÖKB: 285 Mio €



Mehr zum Thema

Zur Website der internationalen Stop-Ilisu-Kampagne
Die Kampagne wird in der Schweiz von der EvB getragen.