Wasserpolitik

(c) Ute Collier
Drastische Folgen für das Mesopotamische Delta
Der irakische Wasserminister Latif Rashid befürchtet negative Folgen für das sogenannte Mesopotamische Delta im Süden des Irak.
Dieses Binnendelta am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris nahe der Stadt Basra zählt laut WWF zu den 200 wertvollsten Ökosystemen der Erde. Von Sadam Hussein entwässert, versucht der Irak diese Sümpfe heute mit finanzieller Hilfe des Westens wieder zu renaturieren.
Das Gebiet hängt stark von den Frühjahrs-Hochwässern von Euphrat und Tigris ab. Während der Euphrat infolge der türkischen Staudämme schon deutlich weniger Wasser führt, überfluten die Hochwasser des Tigris im Frühjahr noch immer die Feuchtgebiete.
Dadurch können sich beispielsweise die Fischpopulationen vermehren, von denen sich wiederum die lokale Bevölkerung ernährt. Genau diese wichtigen Frühjahrshochwasser sollen aber vom Ilisu-Staudamm abgefangen und im Stausee gespeichert werden. Dadurch könnten die Hochwasser im Delta ausbleiben, was zu einer Abnahme der Arten und zur Gefährdung der Bevölkerung führen kann.
Trotz mehrfacher Intervention der Zivilgesellschaft erachten es die Türkei, Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht als notwendig, mögliche Auswirkungen des Staudammes flussabwärts untersuchen zu lassen.



