Der Auslöser
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Die aktuelle Krise entstand in einem ganz traditionellen und sonst unspektakulären Bereich des Finanzsystems, der Finanzierung des privaten Hausbaus.

Typisches US-amerikanisches mobiles Haus
Als «Subprime Mortgages » werden in den USA Hypotheken an Kreditnehmer mit geringer Kreditwürdigkeit (Bonität) bezeichnet. Dieser Bereich ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen und macht mit etwa 800 Milliarden Dollar ein Fünftel aller Hypotheken in den USA aus. Die Kundinnen und Kunden im Subprime-Segment sind nach herkömmlichen Kriterien eigentlich gar nicht in der Lage, eine Hypothek aufzunehmen. Sie verfügen nämlich weder über genügende Einkommen, noch über Vermögen, um die Hypothekarzinsen zu bezahlen. Der Extremfall sind Kredite, die an eine Kundenkategorie namens «Ninja» vergeben werden. «Ninja» steht für «no income, no job or asset», also für "kein Einkommen, keine Stelle und kein Vermögen".

Der Hypothekenmarkt gab sich der Kundschaft gegenüber nicht gerade zimperlich. So existierten Lockangebote mit anfänglich sehr geringen Zinssätzen, die nach einer gewissen Zeit durch variable Marktsätze ersetzt wurden. Es wurden Kredite mit günstigen Zinsen vergeben, bei denen aber die Kreditsumme, die zurückgezahlt werden musste, laufend zunahm.

Dabei funktionierte der Subprime-Markt nach dem klassischen Prinzip einer Finanzmarktblase. So lange die Preise für Immobilien in den USA stiegen, konnte nichts schief gehen: Falls ein Kunde zahlungsunfähig wurde, brachte die Zwangsversteigerung immer mehr ein, als nötig war, um die Hypothek zurückzuzahlen. Clevere Kundinnen und Kunden konnten mit den Hypotheken sogar ihren Lebensunterhalt finanzieren, indem sie das Haus, das sie mit geliehenem Geld gekauft hatten, zu einem höheren Preis weiterverkauften.

Die Blase im US-Hypothekenmarkt platzte, als die Hauspreise stagnierten bzw. fielen. Die Anhebung der Zinssätze durch die amerikanische Zentralbank führte auch bei den variablen Hypotheken zu höheren Zinssätzen. Anfang 2007 konnten dadurch 14% der Subprime-Kreditnehmer ihre Hypothekarschulden nicht mehr begleichen. Jetzt war der Punkt erreicht, an dem die Zwangsverkäufe nicht mehr genug einbrachten: der Anfang vom Ende der Blase.



Zur Finanzkrise: Sonderausgabe des EvB-Magazins (11/ 2007)

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