Krise, welche Krise?
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Seit Juli 2007 überstürzen sich die Ereignisse auf den Finanzmärkten. Wertpapiere haben keinen Wert, Hedge Funds und Banken kollabieren, Investoren streiken. Finanzmarktkrisen gehören zu unserem Wirtschaftssystem wie die Konjunkturwechsel. In den letzten 25 Jahren häuften sie sich aber auffällig, wie eine kurze Chronik der Finanzkrisen zeigt.

  • So war 1982 vor allem Lateinamerika von einer Verschuldungskrise betroffen,
  • 1987 brachen die Börsen weltweit ein,
  • 1990 folgte in den USA der Zusammenbruch der Werte minderwertiger Anleihen («Junk Bonds») und es gab eine Krise der Sparkassen,
  • 1994 erlebte Mexiko eine katastrophale Finanzkrise,
  • 1997 folgte eine Finanzkrise in den asiatischen Ländern,
  • 1998 folgten Krisen in Russland, Brasilien und Argentinien.

Ebenfalls 1998 kollabierte der Hedge-Fonds «Long Term Capital Management» und musste in einer spektakulären Aktion gerettet werden. Die UBS verlor dabei am meisten Geld, etwa eine Milliarde Franken, und ihr damaliger Verwaltungsratspräsident Mathis Cabiallavetta musste den Hut nehmen.

Schliesslich platzte 2001 die Börsenblase der Internet- und Hightech-Aktien und löste eine flächendeckende Krise aus, die sich bis etwa 2003 hinzog.

Nachdem es in den letzten Jahren vor allem Schwellenländer getroffen hat, geht mit der „Subprime“-Krise die Dynamik nun vom Mutterland des Finanzmarktkapitalismus - den USA - aus. Die Bezeichnung „Subprime“-Krise ist dabei so angemessen, wie einen Vulkanausbruch mit den Worten zu beschreiben „es hat ein dunkles Wölklein über dem Gipfel des Vulkans“. Längst handelt es sich um eine generelle Kredit- und Bankenkrise.