Jeans made in India (2007)
Chronologie des FFI Falls (19.12.07)

Eine Geschichte von der Kriminalisierung von Menschenrechtsaktivisten, aber auch von der globalen Solidarisierung mit den Betroffenen.
28. July 2006
Die Jeans-Firma Fibres and Fabrics International (FFI) und dessen Tochterfirma Jeans Knit Pvt Ltd (JKPL) reichen beim Amtsgericht der Stadt Bangalore (Indien) eine Klage wegen Verleumdung und Rufschädigung ein. FFI und JKPL produzieren unter anderem für die niederländische Markenfirma G-Star sowie für die US-Brands Tommy Hilfiger, Guess und Ann Taylor. FFI und JKPL waren nicht zu einem ernsthaften Dialog über die Arbeitsbedingungen mit lokalen Organisationen bereit, und versuchen stattdessen die Verbreitung der Informationen über ihre Geschäftspraxis gerichtlich zu unterbinden.Mehr Infos zu den Anfängen des Falls - hier klicken.
12. Okt. 2006
Die Clean Clothes Campaign (CCC) und das India Committee of the Netherlands (ICN) reichen eine Beschwerde gegen die Bekleidungsfirma G-Star ein wegen Verstössen gegen die OECD-Richtlinien.| Die Beschwerde gegen G-Star (engl.) (0.15 MB) |
19. Feb. 2007
Ein Gericht in Indien hat lokalen Arbeitsrechtsorganisationen das Recht aberkannt, sich frei über die Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken zu äussern.Einschränkung der Meinungsfreiheit
14. Juni 2007
Die Clean Clothes Campaign (CCC) und das India Committee of the Netherlands (ICN) werden vorgeladen, am 25. Juni 2007 vor dem Gericht in Bangalore zu erscheinen. Die niederländischen Organisationen, welche über Arbeitsrechtsverletzungen beim international bekannten Jeans-Produzenten Fibres and Fabrics International (FFI) und seiner 100-%-Tochterfirma Jeans Knit Pvt Ltd (JKPL) berichtet hatten. Anklagepunkte sind Internetkriminalität, rassistische und xenophobe Äusserungen sowie Verleumdung.| Die Anklageschrift des indischen Gerichts (140607) (1.4 MB) |
27. Sept. 2007
Medienmitteilung der Clean Clothes Campaign (CCC) und des India Committee of the Netherlands (ICN)| Medienmitteilung der Clean Clothes Campaign (CCC) und des India Committee of the Netherlands (ICN) (42 KB) |
2. Okt. 2007
Amnesty International ist bestürzt über die in Indien erlassenen Haftbefehle vom 29. September 2007 gegen die sieben holländischen AktivistInnen der Clean Clothes Campaign (CCC) und des India Committee of the Netherlands (ICN).Amnesty International solidarisiert sich mit den betroffenen AktivistInnen
24. Okt. 2007 Amsterdam
Während eines Staatsbesuchs in den Niederlanden brüskierte der indische Wirtschaftsminister Shri Kamal Nath die niederländischen Gastgeber. Er verbreitete irreführende Informationen über die Arbeit der Clean Clothes Campaign (CCC) und des India Committee of the Netherlands (ICN) bezüglich der FFI-Fabriken in Bangalore.Aussagen des indischen Wirtschaftsministers (engl.)
6. Nov. 2007
Das Menschenrechts-Observatorium, ein Gemeinschaftsprojekt der International Federation für Menschenrechte (FIDH) und der Weltorganisation gegen Folter (OMCT), lanciert einen internationalen Appell zur Unterstützung der AktivistInnen der CCC und vom ICN.9. Nov. 2007 Brüssel
Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) kritisiert in seiner Medienmitteilung die indischen Behörden und das Gericht in Bangalore dafür, dass es gravierende Arbeitsrechtsverletzungen in den Fabriken Fibre & Fabrics International company (FFI) und dessen Tochterfirma Jeans Knits Pvt. Ltd vertuscht.Kritik des internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB)
3. Dez. 2007
Gegen die niederländischen MenschenrechtsaktivistInnen wird ein internationaler Haftbefehl erlassen.6. Dez. 2007
Die Firma G-Star verkündet den Abbruch der Geschäftsbeziehungen mit dem Lieferanten FFI/JKPL. Leider enthält diese Ankündigung keine Aussage über Massnahmen für die Zeit nach der Zusammenarbeit mit FFI. Da G-Star einer der grössten Kunden von FFI ist, besteht die Gefahr von Entlassungen oder gar einer Werksschliessung. Die CCC und das ICN ist der Meinung, dass G-Star eine Mitverantwortung für die Menschen trägt, die ihre Jeans hergestellt haben. Deshalb wurde G-Star aufgefordert, eine verantwortungsvolle Verlagerungsstrategie durchzuführen. Wiederholt wurden G-Star diesbezüglich detaillierte Vorschläge unterbreitet.Vorschläge der CCC für einen Ausstieg G-Stars
7. Dez. 2007
Brief der European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) an die EU-Kommissare.| Brief der European Coalition for Corporate Justice (ECCJ) 071207 (0.12 MB) |
10. Dez. 2007
Brief von OECD Watch an den Generalsekretär der OECD.| Brief von OECD Watch an den Generalsekretär der OECD (79 KB) |
11. Dez. 2007
Verlautbarung des Präsidenten der Fair Labor Association (FLA) über die Meinungs- und Redefreiheit: "Die kürzlich eingereichte Verleumdungsklage der indischen Fabrik Fibres and Fabrics International (FFI) gegen lokale und internationale NGOs und Firmen ist problematisch und behindert alle Anstrengungen, die Arbeitsbedingungen in der globalen Beschaffungskette zu verbessern. "| Statement by FLA President on Freedom of Speech and Expression (58 KB) |
11. Dez. 2007 Strassburg
Richard Howitt, EU-Parlamentarier, drückt vor dem Europäischen Parlament seine Besorgnis über den Fall FFI aus und unterstützt die CCC und das ICN. Dazu erfolgte eine Pressemitteilung der Sozialdemokratischen Fraktion des EU-Parlaments mit einem Zitat aus Howitt’s Rede.| Rede des EU-Parlamentariers Richard Howitt_111207 (5.9 KB) |
29. Jan. 2008
Der FFI-Fall findet ein glückliches Ende. Der Haftbefehl gegen die CCC-AktivistInnen wurde vom Gericht zurückgezogen. Ausserdem wurden zugunsten der Belegschaft in der FFI-Fabrik eine Ombudsstelle für Arbeitsrechtskonflikte eingerichtet, und den MitarbeiterInnen wurde Gewerkschaftsfreiheit zugesichert. Auch G-Star hat wieder seine Geschäftsbeziehungen mit FFI aufgenommen, nachdem die Markenfirma sich zunächst zurückgezogen hatte.Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Medienmitteilung oder auf englisch auf der internationalen Site der Clean Clothes Campaign: www.cleanclothes.org/news/08-01-29.htm


