Zur Geschichte der Erklärung von Bern
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2010
Die Kampagne «10 Rappen» mobilisiert in nur 9 Wochen 31'425 Protestnoten von Konsumierenden, die von Kleiderfirmen die Bezahlung von existenzsichernden Löhnen fordern. Die Clean Clothes Campaign unterstützt mit dieser Kampagne die Asian-Floor-Wage-Allianz. Der umfassende Taschen-Shoppingguide «Fair Fashion?», auch als iPhone-App publiziert, bringt zudem mehr Transparenz in die Modebranche.

Der Kampf der EvB an vorderster Front während den Verhandlungen zum «Access and Benefit Sharing» der Biodiversitätskonvention brachte mit der Verabschiedung des Protokolls in Nagoya einige Verbesserungen, lässt aber auch viele Fragen offen.

100‘000 Unterschriften gegen Patente auf Leben konnten dem Europäischen Patentamt von der internationalen Koalition «No-patents-on-seeds», die von der EvB mitgegründet wurde, übergeben werden. Ein Etappensieg wurde mit der Absage an das «Brokkoli-Patents» durch das Europäische Patentamt erzielt.

Die EvB bringt erstmals Licht ins Dunkel der «Rive-Reine»-Tagung, wo sich die Schweizer Wirtschafts- und Politelite unter Ausschluss der Öffentlichkeit, organisiert von Nestlé, jährlich trifft.

Der seit 1993 gemeinsam von der EvB und terre des hommes schweiz getragene Kinderbuchfonds Baobab wird erwachsen und per 1.1.11 in den selbständigen Verein Baobab Books übergeführt.

2009
Im November lanciert die EvB zusammen mit Attac und Denknetz die «Steuerwende». Zentrale Forderung ist die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, sowie der automatische Informationsaustausch mit ausländischen Steuerbehörden.

Im Juli die Sensation: Die Schweiz, Österreich und Deutschland steigen aus dem umstrittenen Ilisu-Staudammprojekt aus. Die EvB hat sich fünf Jahre für den Stopp des Projektes eingesetzt und feiert den Ausstieg als historischen Entscheid. Erstmals in der 65-jährigen Geschichte der Schweizer Exportversicherung (SERV) wurde eine bereits bewilligte Bürgschaft wieder gekündigt.

Im Frühjahr startet die Schoggi-Kampagne. Die EvB fordert Transparenz und eine faire Preispolitik, damit Kinderarbeit nicht die Regel in der Kakaoproduktion ist. Fast 18'000 Menschen unterstützen die Kampagne.

Im Januar findet das Public Eye zum 10. Mal statt. Neu als Partnerin dabei: Greenpeace. Siegerin der Kategorie «Swiss Award» sind die Bernischen Kraftwerke (BKW). Sie planen im niedersächsischen Dörpen für rund 1,6 Mrd. Franken ein Kohlekraftwerk. Diese Pläne werden im Dezember 2009 aufgrund des öffentlichen Drucks ad acta gelegt.
2008
An der Online-Abstimmung der Public Eye Awards nehmen innert 10 Tagen über 12'000 Menschen teil. Der französische Atomkonzern Areva wird mit dem Erhalt von zwei Preisen doppelt abgestraft.

Das revolutionäre T-Shirt der CCC-Kampagne für faire Mode ist nach vier Wochen ausverkauft.

Die EvB erhöht den Druck gegen entwicklungspolitisch bedenkliche Bestimmungen in bilateralen Freihandelsabkommen.

2007
„Saubere Sprüche, dreckige Hände“ dokumentiert die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität beim Thema Unternehmensverantwortung.

Urteil im symbolischen Prozess gegen Syngenta wegen des tödlichen Herbizids Paraquat: 34'000 Personen verurteilen den Pestizid-Multi.

Verabschiedung des Patentgesetzes: Dank jahrelanger Kampagnenarbeit kann sich die mächtige Pharma-Lobby nicht überall durchsetzen.

2006
Lancierung des Lehrmittels „Senegal-Schweiz 1:1“ (aus dem LehrerInnen-Austauschprojekts der EvB und des Baobab).

Der Kampf gegen eine Exportversicherung für das Ilisu-Staudammprojekt führt dazu, dass der Bundesrat diese im 2007 nur unter Beachtung von 150 Auflagen bewilligt.

2005
An der 6. Gegenveranstaltung zum WEF in Davos werden erstmals die „Public Eye Awards“ verliehen.

„Make poverty history“: Ernüchternde Bilanz fünf Jahre nach der Verabschiedung der UN-Millenniumsziele.

2004
Im Olympiajahr wird mit Prêt-à-partager die kritische Beurteilung von 29 Bekleidungsfirmen veröffentlicht. Lancierung der Kampagne gegen Beihilfe zur Steuerhintererziehung.

2003
Gründung des Tax Justice Networks. Lancierung der Kampagne zum „Recht auf Gesundheit“ (Zugang zu Medikamenten). In Cancùn scheitert eine weitere WTO-Konferenz.

2002
Das Weltwirtschaftsforum hält seine Jahreskonferenz anstatt in Davos in New York ab – aus Solidarität zum 11. September. Das Public Eye on Davos wird ebenfalls in New York durchgeführt.

2001
Die EvB lanciert gemeinsam mit Gewerkschaften und attac Schweiz die Kampagne „Kein Ausverkauf des Service public“.

Von der EvB organisiertes internationales NGO-Treffen zur erstmaligen fachübergreifenden Koordination der politischen Arbeit betreffend IWF und Weltbank.

Clean-Clothes-Kampagne gegen den Wäschehersteller Triumph, der in Burma produziert.

Die EvB lanciert eine weltweite Kampagne gegen Syngentas Pestizid Paraquat.

2000
Die EvB lanciert und koordiniert erstmals das „Public Eye on Davos“, die Gegenkonferenz zum Weltwirtschaftsforum.

Die Welt-Staudammkommission legt ihren Schlussbericht vor. Die EvB fordert die Weltbank und die Exportrisikogarantien auf, die Konsequenzen zu ziehen und keine zerstörerischen Staudämme mehr zu finanzieren.

1999
Zusammen mit Brot für alle und Fastenopfer startet die EvB in der Schweiz die Clean Clothes Campaign – die Kampagne für gerecht produzierte Kleider.

Als Teil eines internationalen NGO-Netzwerks setzt sich die EvB in Seattle gegen die neue Welthandelsrunde der WTO ein.

1998
Auf eine Initiative der EvB, des International Rivers Network und der Bewegung zur Rettung des Narmada-Flusses wird die Welt-Staudammkommission gegründet.

1997
Gemeinsam mit terre des hommes schweiz lanciert die EvB die Kampagne „Let’s go fair“ – für gerecht produzierte Sportschuhe. Bei der Schweizer Sportschuhbranche gehen rund 40'000 Protestpostkarten ein.

1995
Der Kampf gegen zerstörerische Mammutprojekte (Drei-Schluchten-Damm in China, Grosskraftwerk in Nepal etc) zeigt erste Erfolge: Die Schweiz spricht sich in der Weltbank gegen umstrittene Projekte aus und unterstützt überdies einen Schuldenerlass.

Die EvB sowie weitere Entwicklungsorganisationen und die Interessengemeinschaft Sauberer Orientteppichhandel gründen die Stiftung STEP*. Diese engagiert sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in den Produktionsgebieten von handgefertigten Teppichen.

1992
Die EvB-Kampagne „Konsum macht Hunger“ geht gegen den Mythos vor, dass das Bevölkerungswachstum die Ursache von Welthunger und Umweltzerstörung sei.

Die EvB startet ihre literarischen Veranstaltungsreihen „Literatur der Welt“.

1991
Die EvB führt zusammen mit der Aktion Finanzplatz die Kampagne „für eine Schweiz ohne Fluchtgelder“ durch, welche von 153 Organisationen unterstützt wird. Der Bundesrat überarbeitet das Rechtshilfegesetz.

1990
Die EvB bringt „medi-minus forte“ – ein Informationsset über den Arzneimittelkonsum in der Schweiz – heraus. Dieses wird 50'000 mal verkauft und avanciert zu einem Bestseller.

Eine Umfrage der EvB im 1982 zeigte, dass in der Schweiz ein grosses Interesse an einer Bank mit sozialen und ökologischen Zielsetzungen besteht. Eine 1988 gegründete Arbeitsgruppe für eine alternative Bank in der Schweiz führte schliesslich 1990 zur Gründung der Alternative Bank (ABS)

1989
Grossaktion „Vorsicht Blumen“ zum Valentinstag, welche die Problematik des zunehmenden Blumen-Imports aus Drittweltländern und der gefährlichen Pestizide, mit denen die Blumen gespritzt werden, aufzeigt.

Lancierung der Kinderbuchreihe Baobab, die vom Kinderbuchfonds Dritte Welt (EvB und terre des hommes) herausgegeben wird.

1988
Die EvB bringt's mit der „medi-minus“-Kampagne an den Tag: Beinahe die Hälfte aller Schweizer Medikamente, die in Asien, Afrika und Lateinamerika verkauft werden, sind unnötig, wirkungslos oder gefährlich.

1986
Die EvB macht sich für die Rückgabe der Marcos-Gelder an die Philippinen stark. Der Bundesrat entscheidet schliesslich, dass auch die philippinischen Folteropfer aus den Marcos-Geldern entschädigt werden.

1985
Mitwirkung bei der Petition „Gegen Schulden, die das Essen fressen“ und Kampagne gegen den Export von überdimensionierten Wasserkraftwerden.

Die EvB und Organisationen aus entwicklungs- und frauenpolitischen Kreisen gründen das Fraueninformationszentrum (FIZ)*. Das FIZ informiert über die Situation von Frauen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa in der Schweiz und engagiert sich über Beratungs- und Lobby-Arbeit für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.

1983
Die EvB führt eine internationale Kampagne gegen die Vermarktung des Ciba-Geigy-Pestizids Galecron durch und organisiert am 16. Oktober erstmals eine Aktion zum Welternährungstag.

Die EvB gründet gemeinsam mit anderen Organisationen die Stiftung "Solidaritätsfonds für soziale Befreiungskämpfe in der Dritten Welt" (SOLIFONDS)* , die Basisorganisationen im Süden in ihrem Kampf für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, Demokratie und Menschenrechte unterstützt.

Die EvB und terre des hommes Schweiz gründen den Kinderbuchfonds Baobab*, der 1993 zu einer verbrieften Arbeitsstelle der beiden Organisationen wird.

1981 – 1982
Kampagne gegen Frauenhandel und Sextourismus.

1980
Die EvB klagt das Rassistenregime in Südafrika an und beteiligt sich an der Boykott-Aktion von „Granny-Smith“-Äpfeln aus Südafrika.
Gründung der Lesegruppe „Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika“.

1979
Beginn der Kampagne „Hunger ist ein Skandal“, mit der die EvB aufzeigt, wie das Geschäft mit dem Hunger funktioniert.

1978
Die EvB lancierte eine eigene Kampagne für die Bankeninitiative und gründete mit befreundeten Organisationen die Fachstelle Aktion Finanzplatz Schweiz – Dritte Welt (AFP)*, um die Beziehungen der Entwicklungsländer gegenüber dem Finanzplatz Schweiz und den Schweizer Banken zu thematisieren.

1977
Initiative zur Gründung der Importgenossenschaft OS3*, welche 1977 von verschiedenen Hilfswerken gegründet wurde. 1997 ging aus der Importgenossenschaft OS3 die claro fair trade AG hervor, die für fairen Handel im Bereich Lebensmittel, Hand- und Kunsthandwerk steht.

Gründung der Fachstelle Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (akte)* gemeinsam mit weiteren Entwicklungs- und Umweltorganisationen. Akte hinterfragt den Tourismus aus entwicklungspolitischer Sicht, informiert Öffentlichkeit und Reisende und engagiert sich für faire Beziehungen im Tourismus.

1976
Mit der Kampagne „Jute statt Plastik“ trifft die EvB den Nerv der Zeit. 250’000 Jutetaschen, die für einen „anderen“ Konsum stehen, gehen weg wie frische Weggli.

1975
Aktion „Fleischverzicht“ und Informationskampagne zum Nestlé-Prozess. Einführung des Themas „Dritte Welt“ in die Lehrerfortbildungskurse. Die Anti-Apartheid Bewegung der deutschen Schweiz (AAB)* wurde 1975 von der Erklärung von Bern und anderen Organisationen als Verein gegründet. Nach dem Übergang zur Demokratie in Südafrika (1994) nennt sich der Verein "AAB Südliches Afrika, Aufbau-Austausch-Bildung".

1974
Ujama-Kaffee aus Tansania: Die erste Aktion auf dem Gebiet gerechter Handel mit der Dritten Welt. Beginn der Gründungsaktion der Dritte-Welt-Läden.

1971 – 1973
Unterstützung der Waffenausfuhrverbots-Initiative. Arbeitstagung zum Thema Rassismus.

1969 –1971
Die „Erklärung von Bern“ konstituiert sich als Verein. Aufbau von zwei Sekretariaten in Zürich und Lausanne.

1968
Eine Gruppe reformierter Theologen plant eine Aktion gegen die wachsenden Wohlstandsunterschiede zwischen Nord und Süd. Das von ihnen in Gwatt und Bern formulierte Manifest (Erklärung von Bern) über „die Schweiz und die Entwickungsländer“ wird von über 1000 Personen unterzeichnet. Diese verpflichten sich gleichzeitig, 3% ihres Einkommens für die Entwicklungszusammenarbeit zu spenden.

Das umfangreiche Archiv aus den Jahren 1968-1994 befindet sich im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich und umfasst 20 Laufmeter historische Akten (Protokolle, Korrespondenz, Kampagnenmaterial, Stellungnahmen, Presseausschnitte) Fotodokumente und audiovisuelle Quellen.
  Sozialarchiv


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