Ziel des fairen Handels ist die Sicherung des Existenzminimums von Kleinbauern und Plantagenarbeitern und eine schrittweise Verbesserung ihrer Lebenssituation durch Investitionen in eine nachhaltige Zukunftssicherung.Die Bauernfamilien sind den Launen des
Weltmarktes ausgeliefert und erhalten immer weniger Ertrag. Das gleiche Los teilen die Zuckerproduzenten. Unter Fairem Handel wird deshalb der möglichst direkte Handel zwischen den Kakaobauern und den Herstellern von Schokolade verstanden. Zur Kontrolle und Abwicklung des Fairen Handels haben sich verschiedene Organisationen wie beispielsweise
Max Havelaar gebildet, die jeweils eigene Kriterien für diesen festlegen. Allgemein gelten die folgenden Bedingungen für Hersteller und Kakaobauern:
- Beziehungen zwischen den Vertragspartnern müssen auf langfristige Zusammenarbeit ausgelegt sein.
- Für die Kakaobohnen muss ein fairer Preis über dem Weltmarktniveau bezahlt werden.
- Zwischenhändler sind auszuschalten.
- Ein Teil der Ernte sollte vorfinanziert werden, um Verschuldung der Produzenten zu vermeiden.
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Bedingungen für die Kakaoproduzenten
Um am Fairen Handel teilnehmen zu können, schließen sich die Kakaobauern zu Kooperationen oder Genossenschaften zusammen um ihre Produktion gemeinsam vermarkten zu können. Die Jahresproduktion eines einzelnen Produzenten ist in der Regel zu klein und der Aufwand der Vermarktung zu groß, als dass sich ein Bauer alleine darum kümmern könnte. Die Kakaobauern und deren Zusammenschlüsse müssen zur Teilnahme am fairen Handel eine Reihe von Bedingungen erfüllen:
- In den Betrieben und Produktionsgenossenschaften müssen Entscheidungsprozesse nach demokratischen Regeln organisiert sein. Sie müssen politisch unabhängig sein.
- Sozialverträglicher Anbau (angemessene Bezahlung aller Beschäftigen, keine Sklaverei, keine illegale Kinderarbeit, keine gesundheitsschädlichen Arbeitsmethoden).
- Nachhaltiger Anbau.
- Keine Benachteiligung von Frauen und anderen Bevölkerungsgruppen.
- Bei den Genossenschaftsmitgliedern handelt es sich überwiegend um kleinbäuerliche Familienbetriebe.
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Bedingungen für die Importeure und Schokoladeproduzenten
Die Käufer müssen genau nachweisen können, woher die von ihnen verwendeten Rohstoffe kommen und zu welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Wer ein Güte-Siegel möchte, muss sich vertraglich verpflichten und kontrollieren lassen. Hauptkriterien sind:
- Es werden festgelegte Mindestpreise bezahlt.
- Die Handelspartner sehen langfristige Beziehungen vor.
- Alle Zutaten in der Schokolade müssen fair gehandelt sein.
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So funktioniert der Faire Handel mit Kakao
Zur Sicherung ihres Existenzminimums erhalten die Bauern von ihren Kooperativen einen höheren Preis für den Kakao, als sie ihn bei lokalen Zwischenhändlern erhalten würden. Ein Teil des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel wird von den Kooperativen für Gemeinschaftsprojekte verwendet. Dazu gehören die Bildung, die Errichtung von Schulen, der Bau von Straßen, die Gesundheitsversorgung sowie die Sicherung der Trinkwasserversorgung.
Zusätzlich zum Mindestpreis erhalten die Bauern eine Fairtrade-Prämie von 150 US-Dollar für die Finanzierung sozialer Gemeinschaftsprojekte. Die Herstellung von Schokolade muss ohne gentechnisch veränderte Pflanzen und Zutaten erfolgen. Hauptlieferländer für fair gehandelten Kakao sind Ghana, Ecuador, Bolivien, Nicaragua und die Dominikanische Republik (mehr zu
fairer Preispolitik).
Die Schweiz muss ihre Vorreiterrolle wahrnehmen
Der Fairtrade-Anteil am Weltmarkt für Kakao liegt laut
ICCO bei 0,1 Prozent. Die meisten Produzenten für Fairtrade-Kakao sind dabei gezwungen, ihren Kakao ohne Fairtrade-Siegel zu normalen Weltmarktkonditionen zu verkaufen, da bislang nicht ausreichend Abnehmer vorhanden sind. In der Schweiz beträgt die abgesetzte Menge an fair gehandelten Kakaoprodukten 0,5 Prozent. Das ist zuwenig für ein Land, das so viel gute Schoggi produziert.
Interview mit einem Kakaoproduzenten und eine Analyse von Max Havelaar
Die Organisation
Terrafair veröffentlichte in ihrem Magazin (Nr.13/ Dez. 08) ein Interview zum Thema Fairtrade bei Kakao.
Lesen Sie das Interview, das die Situation vor Ort sehr differenziert darstellt.
Der Qualitätsmanager von Max Havelaar behandelt in seinem
Fachartikel die Situation auf den Plantagen in Ghana und der Elfenbeinküste. Er analysiert darin die Ursachen von Kinderarbeit und setzt die Problematik in Zusammenhang mit dem Zwischenhandel. Anhand der Wertschöpfungskette des Kakaos erklärt er, wie es dazu kommt, dass die (Schweizer) Schokoladekonzerne die Stellung der ivorischen Kakaoproduktion untergraben.
Quellen:
- www.transfair.org
- www.maxhavelaar.ch
- www.fairtrade.net
- www.theobroma-cacao.de
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