Forderungen
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  • Umdenken ist nötig: Das «Weitermachen wie bisher» ist im Energie- wie auch im Landwirtschaftssektor unmöglich. Zuerst müssen wir, die Industrienationen, unseren Energieverbrauch reduzieren, die Nutzung von nachhaltigen Energieformen (Sonne, Wind) vorantreiben und mit unseren beschränkten Ressourcen (Boden, Wasser, Biodiversität, Wälder) sorgfältiger umgehen.

  • Die staatliche Förderung von Agrotreibstoffen muss gestoppt werden. Weltweit dürfen die industriell hergestellten flüssigen Agrotreibstoffe Agroethanol und Agrodiesel weder durch direkte oder indirekte Subventionen (zum Beispiel Mineralölsteuerbefreiung, Landwirtschaftssubventionen) noch durch politische Massnahmen, die zur Nachfragesteigerung führen (zum Beispiel Zielwerte für Beimischungen) oder öffentliche Investitionen gefördert werden.

  • Die Schweizer Regierung soll in unserem Land ein Moratorium für die industrielle Produktion und den Import von Agrotreibstoffen einführen, um die falsche Entwicklung zu stoppen. Für ein solches Moratorium soll sich die Schweiz auch international starkmachen, zum Beispiel im Rahmen der UNOrganisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) oder der Biodiversitätskonvention (CBD).

  • Gleichzeitig soll sich die Schweiz zusammen mit der internationalen Staatengemeinschaft für die Förderung nachhaltiger Energieformen, für eine Reduktion des Ausstosses an Treibhausgasen und für den Schutz der biologischen Vielfalt einsetzen.

  • Die Schweizer Regierung soll sich gemeinsam mit der internationalen Staatengemeinschaft dafür einsetzen, dass das Prinzip der Ernährungssouveränität in der Realität umgesetzt wird und Menschenrechte, wie das Recht auf Nahrung, nicht durch wirtschaftspolitische Entscheide – zum Beispiel im Rahmen der WTO oder von bilateralen Freihandelsverträgen – ausgehebelt werden.

  • Die internationale Staatengemeinschaft muss weltweit für die Durchsetzung einer Landwirtschaft sorgen, die natürliche Ressourcen schont und mit welcher nachhaltig Lebensmittel in erster Linie für regionale Märkte produziert werden und die Nahrungssicherheit auch in den Ländern des Südens langfristig sichergestellt wird. Die FAO muss dabei eine führende Rolle übernehmen.

  • Der noch bestehende Regenwald darf nicht weiter abgeholzt und zerstört werden. Die internationale Staatengemeinschaft muss allen indigenen Völkern den Besitz ihres Landes und die Ausübung ihrer kulturellen Rechte garantieren.

  • Auch Schweizer Unternehmen müssen sozial und ökologisch verantwortungsvoll handeln. Syngenta soll sich nicht an der Entwicklung und am Verkauf von Saatgut für die Produktion von Agrotreibstoffen beteiligen. Die Schweizer Banken sollten keine Kredite an Agrotreibstoffproduzenten vergeben.

  • Jede/r Verbraucher/in sollte seinen Energieverbrauch kritisch hinterfragen und nach Möglichkeit reduzieren und somit zum Klima- und Umweltschutz beitragen.



Die EvB-Dokumentation zum Thema «Agrotreibstoffe»:
Doku Agrotreibstoffe

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