Biopiraterie
Zurück Druckbare Version Diese Seite weiterleiten

2005_Re_Hoodiakaspeln (14)
Der grösste Reichtum an biologischer Vielfalt ist in den Ländern des Südens beheimatet. Dennoch sind es die Firmen des Nordens, die daraus den grössten Profit ziehen, oft auch auf illegale Art und Weise. Die Erklärung von Bern deckt Fälle von Biopiraterie auf, und setzt sich im Rahmen der Umsetzung der Biodiversitätskonvention und der Patentgesetzgebung dafür ein, dass die Ausbeutung des Südens im Bereich der genetischen Ressourcen ein Ende nimmt.

Was ist Biopiraterie?

Als Biopiraterie bezeichnet man die unrechtmässige Aneignung genetischer Ressourcen und/oder des damit verbundenen traditionellen Wissens. Man kann zwei Formen der Biopiraterie unterscheiden.

  • Einerseits ein unrechtmässiges Verhalten im Sinne der Biodiversitätskonvention und/oder der nationalen Gesetzgebungen. Die Biodiversitätskonvention übergibt die Kontrolle der genetischen Ressourcen den einzelnen Staaten und schreibt eine faire und ausgewogene Teilung des Nutzens der genetischen Ressourcen und des traditionellen Wissens vor. Um dies sicherzustellen, muss jede Person oder Institution, die Zugang zu genetischen Ressourcen möchte, die auf Kenntnis der Sachlage begründete Zustimmung (Prior Informed Consent, PIC) der ressourcengebenden Partei erhalten. Zudem müssen die Vorteile, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen oder des traditionellen Wissens ergeben, zwischen den Parteien ausgewogen und gerecht aufgeteilt werden (Access and Benefit-Sharing, ABS). Werden beim Zugang zu genetischen Ressourcen und/oder traditionellem Wissen diese Grundregeln missachtet, spricht man von Biopiraterie.

  • Die andere Form der Biopiraterie bezieht sich auf unrechtmässiges Verhalten im Sinne des Patentrechts. Wird etwas patentiert, was schon vorher existierte oder bekannt war - also keine Neuheit darstellt - sprechen viele Nichtregierungsorganisationen von Biopiraterie. Dies kann eine Pflanze sein oder eine spezifische Anwendung von traditionellem Wissen. Das Patentsystem verfügt über ungenügende Kontrollmöglichkeiten, um solche unrechtmässigen Patente bereits bei der Einreichung zurückzuweisen. Dies zeigen diverse erfolgreiche Einsprachen gegen Biopiraterie-Patente. Die Beweislast wird somit meist auf die Schultern der Betrogenen abgewälzt, welche oft weder das juristische Knowhow noch das nötige Geld haben, um eine Nachprüfung eines Patentes zu veranlassen.

Einzelne Fälle von Biopiraterie, zu denen die EvB arbeitet, finden Sie über die Navigation links.
07.09.11   Wir BIOPIRATEN: EvB-Dokumentation zur gerechten Nutzung der...
25.08.10   Ausblick: Vortrag zum Thema "Biopiraterie" am 08.11.2010 
11.08.10   ARD-Beitrag zum Kampf gegen Biopiraterie in Südafrika 
13.12.01   Die eigennützige Interpretation der Biodiversitätskonvention durch die...

alle Artikel anzeigen...



Mehr zum Thema

Verwandte Themen

Sendung zum Thema

EvB-Dokumentation zum Thema
EvB-Doku «Wir Biopiraten»